Im Mai verkündeten die neun Gemeinden des unteren Aaretals und des Kirchspiels eine Einigung und ihren Zusammenschluss im Bereich der Oberstufenschulen per Schuljahr 2018/19 (die az berichtete). Zudem kündigten sie an, dass sie an der nächsten Sitzung des Gemeindeverbands ZurzibietRegio die Sistierung der dort tätigen Projektgruppe beantragen würden. Ganz so weit ist es am vergangenen Dienstag allerdings nicht gekommen.

Der Gemeindeverband schreibt in einer Mitteilung: «ZurzibietRegio treibt das Projekt Oberstufe voran. An einer Sitzung der Arbeitsgruppe (AG) Oberstufe wurde das Resultat der Vernehmlassung analysiert. Sie beantragte anschliessend die Fortführung der Tätigkeit als Informationsplattform. Dem stimmt der Vorstand zu.» Die Arbeit wird also fortgesetzt, wenn auch in einem stark eingeschränkten Rahmen.

Keine Mehrheit für Projektphase

Dem Antrag auf Sistierung, sprich Stilllegung der Arbeit kam ZurzibietRegio zuvor: Die AG Oberstufe traf sich am 10. Juni zu einer Sitzung. Dabei nahm sie Kenntnis von den teils kontroversen Stellungnahmen der Vernehmlassung zum Vorprojekt. Es ergab sich keine Mehrheit für die Überführung des Vorprojekts in eine eigentliche Projektphase. Somit beschränkt sich das Aufgabenfeld der AG Oberstufe künftig auf einen Informationsaustausch. «Dieser soll ein bis zwei Mal pro Jahr stattfinden und vom Präsidenten von ZurzibietRegio, Felix Binder, geleitet werden», sagt Geschäftsleiter Bruno Hofer.

Externe Unterstützung wird für diesen Prozess nicht benötigt, weshalb auch beim Verband keine ausserordentlichen weiteren Projektkosten anfallen. Sollte dieser Informationsaustausch jedoch zum Resultat führen, dass Projektarbeiten nötig werden, wird die AG Oberstufe dem Vorstand von ZurzibietRegio erneut Antrag stellen. Der Vorstand von ZurzibietRegio hat auch diesem Vorgehen zugestimmt.

Im Auftrag der Arbeitsgruppe Oberstufe hat die Geschäftsleitung von ZurzibietRegio zudem am 13. Juni in einem Gespräch beim Departement Bildung Kultur und Sport (BKS) in Aarau Erkundigungen eingeholt. Dabei stand der Zeitplan im Vordergrund. Demnach wird definitiv ab dem Schuljahr 2022/23 jenen Bezirksschulstandorten keine kantonale Bewilligung mehr erteilt, die die Voraussetzungen nicht mehr erfüllen. Vorgeschrieben ist, dass Bezirksschulen mindestens sechs Abteilungen umfassen müssen. Pro Abteilung ist eine Schülerzahl zwischen 18 und 25 vorgesehen. Bezirksschulen können an Oberstufenzentren geführt werden. «In öffentlichen Verlautbarungen hat Regierungsrat Alex Hürzeler wiederholt betont, dass diese Vorgabe ohne Wenn und Aber vollzogen werde», betont Bruno Hofer.

Die Bildungsdirektion empfiehlt daher eine frühzeitige Planung für Schüler, die den Standort wechseln müssen. Sie wird auf das Schuljahr 2019/20, möglicherweise auch schon früher, auf die voraussichtlich betroffenen Standorte zugehen, um Handlungsmöglichkeiten zu initiieren. Wenn Schüler an anderen Standorten untergebracht werden müssen, ist für die Transportkosten die Entsendergemeinde zuständig. Dies gemäss dem Grundsatz, wonach die Wohngemeinde den auswärtigen Schulbesuch zu erleichtern habe.

Aus einer Strukturanalyse im Rahmen der Vision Zurzibiet von 2011 geht hervor, dass im Zurzibiet drei unterschiedliche funktionale Räume bestehen: Aaretal, Surbtal, Rheintal-Studenland. Innerhalb dieser Räume bestehen bereits heute enge Beziehungen und es findet eine rege Zusammenarbeit statt. Künftig ist die Zusammenarbeit unter den Gemeinden auf diese Räume auszurichten. Für die Frage der Zukunft Oberstufenschulen Zurzibiet bedeutet dies das Bestreben, für jede Talschaft ein angemessenes Angebot zu schaffen.

Dies hatte der Vorstand von ZurzibietRegio an seiner Klausursitzung vom 18. November 2015 als wünschenswerte Leitidee beschlossen. «Nachdem bereits das Surbtal und das Aaretal Oberstufen-Lösungen präsentiert haben, sind zwei von drei Talschaften in der Lösungsfindung einen wichtigen Schritt vorangekommen», schreibt ZurzibietRegio.