Endingen

Noch bis Herbst müssen sich Gewerbler und Pendler gedulden: Der Kanton ersetzt die Surbbrücke

Mit der neuen Surbbrücke in Endingen wird bis im November die Route für die 480 Tonnen schweren Ausnahmetransporte im Kanton Aargau vollständig. Die Baustelle führt aber innerhalb des Dorfes zu Stau – und erschwert die Zufahrt zu den Läden.

Das Endinger Gewerbe hat es nicht leicht. Nach dem Lockdown erschweren die Bauarbeiten für die neue Surbbrücke die Zufahrt zu den Parkplätzen der Geschäfte direkt an der Hauptstrasse. Der Grund: Da der Verkehr aufgrund der engen Platzverhältnisse nur einspurig über die Hilfsbrücke an der Baustelle beim Dorfausgang in Richtung Unterendingen vorbeigeführt werden kann, stauen sich die Autos und Lastwagen vor den Lichtsignalen im Dorf. Trotz eines Hinweises am Dorfeingang, die Parkplätze und Zufahrten möglichst frei zu halten.

Das Gewerbe hätte sich gewünscht, dass der Verkehr zumindest von Lengnau herkommend ausserhalb des Dorfes angehalten wird. Das sei aber aufgrund der Verkehrssicherheit nicht möglich, sagt David Probst, Projektleiter Brückenbau beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Nun stehen die Lichtsignale an der Kreuzung Winkelstrasse, Hirschen- und Marktgasse sowie in Richtung Unterendingen vor der Autogarage. Probst appelliert aber an die Autofahrer, auf die Läden Rücksicht zu nehmen.

Mähdrescher steckte auf Brücke fest

Die engen Platzverhältnisse rund um die Baustelle stellen auch eine Herausforderung für grosse Fahrzeuge dar. Beispielsweise für einen Mähdrescher, der am Mittwochmorgen um 8 Uhr auf der schmalen Hilfsbrücke stecken blieb, wie die Regionalpolizei Zurzibiet bestätigt.

Zwar verfüge die Hilfsbrücke über die nötige Breite, erfordere aber exaktes Fahren. Der Mähdrescher konnte mit Hilfe eines Baggers aus seiner misslichen Lage wieder befreit werden. 

Surbbrücke ist das letzte Puzzlestück auf der Route für Ausnahmetransporte

Bis Mitte November müssen sich Gewerbler und Pendler noch gedulden. Bis dann wird die 1951 erstellte, 19 Meter lange Surbbrücke durch eine neue ersetzt – und die Route für die 480 Tonnen schweren Ausnahmetransporte im Kanton Aargau somit vollständig. Bisher habe die Brücke nur zehn Tonnen pro Achse tragen können, neu würden es dreimal so viel sein, sagt Probst. «Wir haben im Aargau zahlreiche Brücken ersetzt, zuletzt in Lengnau. Die bereits abgebrochene Endinger Surbbrücke war das letzte Objekt, das die Lasten nicht tragen konnte.»

Zurzeit laufen die Arbeiten an den Fundamenten und den sogenannten Widerlagern auf beiden Seiten der Brückenkonstruktion, auf welche die Brückenplatte zu liegen kommt. «Damit die Bauarbeiten im Trockenen ausgeführt werden können, wurde ein sogenannter Kasten mit Spundwänden in der Surb gebaut», erklärt Probst. Der Bach fliesst zwischen diesen beiden Spundwandkästen hindurch. Drückt Grundwasser innerhalb des Kastens hinauf, wird es abgepumpt.

Neue Brücke soll Jahrhunderthochwasser standhalten

In einem weiteren Schritt wird die Bachsohle möglichst naturnah gestaltet und die Brückenplatte neu erstellt. Dies geschieht direkt vor Ort, nicht wie beispielsweise bei der SBB-Brücke in Bad Zurzach, die vorher angefertigt und am vergangenen Wochenende als Ganzes hineingehoben wurde.

Damit die neue Surbbrücke einem Jahrhunderthochwasser standhalten könnte, muss sie 15 Zentimeter höher gebaut werden als die bisherige. Kostenpunkt: 2,65 Millionen Franken für den Brückenersatz, die Strassenbauarbeiten und die wasserbaulichen Massnahmen in der Surb. 

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