Handball NLB

NLB statt 4. Liga und Karriere-Ende – Endingen trifft zum Rückrundenstart auf alten Bekannten

Diese Aufnahme ist zehn Jahre alt: Mark Schelbert in den Farben des TV Endingen, jetzt spielt er in Emmen.

Diese Aufnahme ist zehn Jahre alt: Mark Schelbert in den Farben des TV Endingen, jetzt spielt er in Emmen.

Auf dem Papier könnte die Ausgangslage nicht klarer sein: Zum Rückrundenstart trifft der NLB-Leader TV Endingen auf den Tabellenletzten Emmen und mit Mark Schelbert auf ein bekanntes Gesicht. Dieser ist heute Mentalcoach.

Die NLB-Handballer des TV Endingen konnten die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte nicht ganz nach Wunsch absolvieren. Zahlreiche kleine Blessuren und die Grippe zwangen die Surbtaler gar dazu, ein Testspiel gegen die Zürcher Grasshoppers abzusagen. Zum Glück sind es aber keine gravierenden Verletzungen oder Krankheiten, und zum Start in die Rückrunde am Samstag sollten in Emmen alle dabei sein.

Auf dem Papier könnte die Ausgangslage nicht klarer sein: der Leader mit dem Punktemaximum aus dem Aargau gegen den Aufsteiger und Tabellenletzten aus der Innerschweiz. Doch Endingens Trainer Zoltan Majeri hebt den Warnfinger: «Das ist nicht mehr die gleiche Mannschaft wie in der Vorrunde.»

Tatsächlich: Emmen hat sich verstärkt – unter anderem mit Mark Schelbert. Den heute 32-jährigen Muotathaler muss man im Aargau nicht mehr vorstellen. Nachdem er in Endingen in der Saison 2009/2010 am Flügel gewirbelt hatte, ging er anschliessend für den Kantonsrivalen vom HSC Suhr Aarau auf Torejagd. Nach dem Ende seiner Karriere 2014 nahm er bewusst etwas Abstand vom Handball. «Ich habe zwei Jahre keinen Ball gesehen», sagt er augenzwinkernd. Danach juckte es ihn wieder in den Fingern und er spielte beim HC Hopfenperle – in den Niederungen der 4. Liga. Jedoch nur zum Plausch. «Es ging ums Team. Wir waren eine coole Truppe mit einem lustigen Mix», erklärt Schelbert, der von 2008 bis 2011 auch im erweiterten Kreis der Schweizer Nationalmannschaft war.

Mannschaftskollege von Majeri

Doch nachdem es ihn wieder in die Innerschweiz gezogen hatte, ging dies nicht mehr. Zudem hat er sich zum Mentalcoach ausgebildet. «Ich nenne es am liebsten Trainer für psychische Leistungsfähigkeit», erklärt er seine zweite Karriere. Als junger Spieler, gibt er offen zu, hielt er davon nicht viel. «Ich ging lieber einmal mehr in den Kraftraum», ergänzt er augenzwinkernd. Heute betreut er sowohl Junioren und Spitzensportler als auch Geschäftsleute im mentalen Bereich.

Sportlich entschloss er sich vor zwei Wochen zu einem Comeback in der Nationalliga. Dabei trifft er bei seinem ersten Ernstkampf gleich auf seinen ehemaligen Verein aus Endingen. Auch wenn er in Endingen nur noch mit Captain Christian und seinem Bruder Lukas Riechsteiner zusammen gespielt hat. Bei Suhr war Schelbert mit Armin Sarac im selben Team. Dafür kennt ihn Trainer Zoltan Majeri noch besser. Die beiden liefen gemeinsam für die Zürcher Grasshoppers auf. Majeri versuchte, als Goalie die Tore zu verhindern, Schelbert als Flügel, Tore zu erzielen. «Er war ein ganz junger Spieler. Ich war alt», meint Majeri lachend. «Aber er gab immer Vollgas. Ich kann nur das Beste über ihn sagen», zollt er seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Respekt.

Mittlerweile hat Mark Schelbert natürlich eine andere Rolle inne. Zum einen ist er nicht mehr der junge, wilde Nachwuchsspieler, sondern ein Routinier. Zum anderen ist es nicht mehr so wichtig wie als Profi, wie lange und wie oft er spielt. Sondern er will Emmen einfach beim Ligaerhalt helfen. So kann er es auch lockerer angehen. Und auch seine Position hat sich geändert: Vom Flügelflitzer ist er zum Regisseur im zentralen Rückraum mutiert.

Und vielleicht ist es ihm in der Zwischenzeit ja auch schon gelungen, seine neuen Kollegen im mentalen Bereich zu stärken. Auf jeden Fall scheint Schelbert gelassen. «Ich freue mich auf Endingen und kann es geniessen», meint er. Ob sein Einfluss auf und neben dem Feld schon genügend gross ist, dass der Tabellenletzte den Leader schlagen kann und damit die Tabelle auf den Kopf stellen kann, wird sich diesen Samstag zeigen.

Emmen - TV Endingen. Samstag, 26. Januar: 20 Uhr, Emmen, Rossmoos.

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