Klingnau

«Niederlage für die Bildung» – Schulleiter Franco Corsiglia enttäuscht über Bez-Schliessung

Konsterniert: Schulleiter Franco Corsiglia kann den Entscheid des Regierungsrats nicht nachvollziehen. (Archivbild)

Konsterniert: Schulleiter Franco Corsiglia kann den Entscheid des Regierungsrats nicht nachvollziehen. (Archivbild)

In Klingnau herrscht nach dem Aus für die Bezirksschule bei Schulleitung und Schulpflege Ärger und Ratlosigkeit. Wie es nun mit der Oberstufe Unteres Aaretal (OSUA) weitergeht, ist noch unklar.

Er habe einige Tage benötigt, um den Entscheid des Regierungsrates zu verdauen. «Es gilt nun, die Hintergründe für diesen unverständlichen Entscheid noch zu eruieren. Der Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen.» Franco Corsiglia, der Schulleiter der Oberstufe Unteres Aaretal (OSUA) hat sich in den letzten Jahren intensiv für den Bezirksschulstandort Klingnau stark gemacht. Genutzt hat es am Ende nichts. Im Zurzibiet wird es ab dem Schuljahr 2022/23 noch drei Bezirksschulen geben. Endingen, Bad Zurzach sowie Leuggern oder Kleindöttingen. Klingnau ist zum Leidwesen von Corsiglia und auch von OSUA-Schulpflegepräsident Thomas Angst nicht auf der Liste.

«Es ist ein politischer Entscheid, daran gibt es nichts zu rütteln. Der pädagogische Aspekt fiel leider nicht ins Gewicht», sagt Angst. «Wäre dieser in die Waagschale geworfen worden, hätte Klingnau die Bez behalten müssen», ist er überzeugt. Für die Bildung sei die Nichtberücksichtigung von Klingnau eine Niederlage, sagen er und Corsiglia übereinstimmend.

Ebenso konsterniert fallen die Reaktionen in der Bevölkerung aus. Man sei eigentlich davon ausgegangen, dass das Angebot von sämtlichen Stufen physisch unter einem Dach ein massgebendes Kriterium sei, heisst es.

Auflösung der OSUA ein mögliches Szenario

Sowohl für Angst wie für Corsiglia enden mit dem Nein jahrelange Bemühungen für eine niveaudurchmischte Oberstufe am Standort Klingnau. Bereits 2016 drohte das Aus, als neun Gemeinden des unteren Aaretals und Kirchspiels im Rennen um einen zukünftigen Bezirksschulstandort zusammenspannten. Anstelle von Leuggern und Klingnau, sollte Kleindöttingen den Zuschlag erhalten. Thomas Angst kritisierte schon damals, dass bei der Ausarbeitung einzig finanzpolitische Interessen und keine pädagogischen Argumente eingeflossen waren. Es regte sich erbitterter Widerstand aus der Bevölkerung und seitens der OSUA. Mit dem Ergebnis, dass die Pläne schliesslich verworfen wurden und sich die Oberstufe Aaretal (OSA) auflöste.

Nach dem endgültigen Entscheid von letztem Freitag stellt sich nun die Frage, wie es mit der OSUA weitergeht. Es gibt verschiedene Szenarien: Zum einen könnten die Sek und die Real in Klingnau weitergeführt werden. Denkbar wäre auch die Auflösung des Verbandes. «Für solche Gedankenspiele ist noch zu früh», sagt Franco Corsiglia. Ein solcher Schritt müsste ohnehin vom Stimmvolk beschlossen werden.

Sowohl er, wie auch Thomas Angst sind trotz der Enttäuschung bedacht, jetzt nicht unnötig Öl ins Feuer zu giessen. Ihnen geht es darum, den Bildungsauftrag für die Schülerinnen und Schüler hier so lange wie möglich zu erfüllen und die Verantwortung gegenüber den Lehrkräften wahr zunehmen. «Der Rest liegt nun in erster Linie in den Händen der Politik.»

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Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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