Bad Zurzach

Nichts ist so präzis und direkt wie die Bildsprache

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fotoschule von Marcel Gubelmann: Rolf Hess (Bad Zurzach), Heidi Bur (Bad Zurzach), Res Moser(Oftringen), Antonia Fischer (Bad Zurzach), Ralph Dietrich (Bad Zurzach), Indra Joshi (Niederlenz) und Karl Pieper (Niederlenz). Ursula Burgherr

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fotoschule von Marcel Gubelmann: Rolf Hess (Bad Zurzach), Heidi Bur (Bad Zurzach), Res Moser(Oftringen), Antonia Fischer (Bad Zurzach), Ralph Dietrich (Bad Zurzach), Indra Joshi (Niederlenz) und Karl Pieper (Niederlenz). Ursula Burgherr

Ein Jahr lang liessen sie sich von Roger-Federer-Fotograf Marcel Gubelmann die Geheimnisse der Fotografie erklären. Jetzt präsentierten die Absolventen eines Kurses ihre Bilder in der Galerie Mauritiushof in Bad Zurzach.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fotokurses im Geschichtenhaus «zum Hirschli» liessen sich von Starfotograf Marcel Grubenmann ein Jahr lang (monatlich) in Technik, Optik und andere Finessen einweihen, die es für eine gelungene Aufnahme braucht. Highlight des Lehrgangs war die Präsentation besonderer Exponate zum Thema «Wasser in und um Bad Zurzach» in der Galerie Mauritiushof.

Spiel mit der Unschärfe gelernt

Ein Schilfblatt, an dem der Tau wie eine Perlenkette hängt; zwei Gummistiefel im Regenmeer; das Schild von Bad Zurzach in strömendem Niederschlag – ganz unterschiedlich setzten die 13 Fotokurs-Absolventinnen und -Absolventen das Ausstellungs-Thema um. Und die Bilder beweisen, dass sie das Spiel mit Unschärfen und verschiedenen Optiken beherrschen gelernt haben. «Ich schaue die Dinge jetzt anders an», meinte Chirurg Karl Pieper aus Niederlenz nach dem Kurs. «Wenn etwas schön ist, heisst es noch lange nicht, dass daraus ein gutes Foto wird», erklärt die in Zurzach wohnende Antonia Fischer. «Mein Auge ist frisch geschult und findet sozusagen das Bild im Bild.» Von ihr stammt die grossformatige Nahaufnahme einer mit Wasserperlen bedeckten Feder. Sie gehört zweifellos mit zu den eindrücklichsten Sujets der Ausstellung. Steven Schneider, der den Kurs organisierte: «Wir haben alle harte Zeiten durchgemacht. Nur wer eine stabile Ehe und eine gut funktionierende Familie hat, konnte die Schulung zu Ende bringen.» Damit spricht er die eingeschworene Gemeinschaft an, die sich unter den Teilnehmenden bei der Fotopirsch innert Kürze bildete. Sowohl Wahrnehmung als auch Sprache änderten sich. Es war nicht mehr von einem Haus, sondern von Flächen, Linien, Farben, Licht und Reflexionen die Rede. «Weil uns zu Hause am Küchentisch niemand mehr verstand, waren wir froh, im Kurs wieder auf Gleichgesinnte zu treffen. Auf Leute, die kapierten, wovon wir redeten», erzählt Schneider. Dann lobt er Kursleiter Marcel Grubenmann, der für seine Fotoarbeiten über Tennisstar Roger Federer zum Swisspressphoto-Award-Winner 2011 gekürt wurde, und – so Schneider – das Spiel zwischen Zuckerbrot und Peitsche perfekt beherrscht. Grubenmann: «Mein Anspruch war, das gesamte technische Wissen, das ich habe, auf die Ebene der Teilnehmenden zu transportieren. Dazu gehört eben auch Kritik.».

Gubelmann: «Das Resultat ist toll»

Viele Fragen stellten sich: Wie gehe ich auf die Person zu, die ich in der Linse habe? Was mache ich mit dem produzierten Bilderberg? Für den Profifotografen ist weder die gesprochene noch die geschriebene Sprache so präzis wie die Bildsprache. Es falle im schwer, sich von dem Kursteam zu trennen, sagte Gubelmann: «Das Resultat ist toll. Ich hatte am Anfang nicht gedacht, dass wir es zu einer solchen Ausstellung im Mauritiushof bringen.» Aus dem Fotokurs im Geschichtenhaus «zum Hirschli» ist auch ein Bildband über das Turmhotel von Bad Zurzach entstanden.

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