Phänomen

Nicht nur in Klingnau: Sprengkörper schreckten auch in diesen Orten die Bevölkerung auf

Die Ursache für die Knallgeräusche in Klingnau waren wahrscheinlich selbstgemachte Sprengsätze.

Die Ursache für die Knallgeräusche in Klingnau waren wahrscheinlich selbstgemachte Sprengsätze.

In Klingnau riss eine unbekannte Täterschaft im März die Bewohner mit nächtlichen Knallaktionen immer wieder aus dem Schlaf. Auch in anderen Orten sorgten solche Geräusche schon für Aufregung und Verunsicherung. Nicht immer wird das Rätsel gelöst, nicht immer handelt es sich um Böller.

Mehrere Sprengkörper halten die Bewohner der Gemeinde Klingnau in Atem: Spaziergänger fanden im Rebberg und in dessen Nähe selbstgebastelte Knallkörper. Die Polizei suchte mit Spürhunden nach weiteren Sprengkörpern – und fand einen weiteren sowie Überreste zweier detonierten Knallkörper. 

Im März liess eine unbekannte Täterschaft über Wochen Knallkörper in Klingnau explodieren. Die Detonationen rissen zahlreiche Bewohner aus dem Schlaf. Die Vermutung liegt nahe, dass die neu gefundenen Sprengkörper von der gleichen Täterschaft gebastelt wurden. Deren Motiv ist zurzeit ein grosses Rätsel. 

Eine Recherche zeigt: Klingnau ist längst nicht die einzige Gemeinde ist, in der die Nachtruhe durch laute Knalle gestört wurde. Auch in diesen Städten rätselten die Anwohner über mysteriöse Knallgeräusche. Nicht immer steckte allerdings auch ein Knallteufel dahinter.

1. Uster, Kanton Zürich 2018: Böller aus dem Darknet?

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Über mehrere Wochen wurden die Bewohner von Uster im Kanton Zürich am späten Samstagabend von einen lauten Knall aufgeschreckt. Die Stadt rätselte in einem Facebook-Forum über die Ursache. Ein Unbekannter outete sich dort als Täter: Er beziehe Böller aus dem Darknet und teste diese für den Verkauf. Die Stadtpolizei Uster konnte den Mann damals nicht ausfindig machen, wie das Onlineportal "Züriost" schrieb. Ob die Aussage des Mannes auf Facebook stimmt und was die Ursache für den Knall war, hat man nie herausgefunden. 

2. Pinneberg, Deutschland 2013: Täter geschnappt durch You-Tube-Channel

Im Jahr 2013 rätselte die Stadt Pinneberg in der Nähe von Hamburg ein halbes Jahr über nächtliche Explosionsgeräusche. Besorgte Bürger meldeten «ohrenbetäubenden Knallgeräusche», meist am Wochenende, wie das "Pinneberger Tageblatt" schrieb. Wie sich herausstellte, waren es Jugendliche und junge Männer, die illegale Böller abfeuerten. Einem Täter kam die Polizei auf die Schliche, weil dieser auf einem YouTube-Channel die Explosionen vorführte. 

3. Bärtetswil, Zürcher Oberland 2018: Eine unbekannte Hochzeitstradition

2018 wundern sich die Bewohner in Bäretswil über einen explosionsartigen Knall um fünf Uhr in der Früh. Mehre Anwohner melden den mysteriösen Knall der Polizei, die allerdings vergebens nach der Ursache sucht, wie das Onlineportal "Züriost" berichtete. Wie sich dann herausstellte, handelte es sich bei der nächtlichen Aktion um eine alte Hochzeitstradition: Der Bräutigam wird am Hochzeitstag um fünf Uhr mit Böllerschüssen aus dem Bett geholt. Die Aktion in Bäretswil war bewilligt, das sogenannte Hochzeitsschiessen ist nämlich in der Bäretswiler Polizeiverordnung fest verankert.

4. Oranienburg, Deutschland 2014: Mysteriöser Knall bleibt ungeklärt

Auch die deutsche Stadt Oranienburg in der nähe von Berlin hat Erfahrung mit mysteriösen Knallen in der Nacht. Bereits 2014 hat dort ein lauter Knall zahlreiche Oranienburger mitten in der Nacht aus dem Schlaf geholt. Auch die Polizei war damals ratlos. Wiederholt hat sich der Vorfall dann 2019, als die Oranienburger wieder von einem explosionsartigen Geräusch aufgeschreckt wurden, aufgeklärt hat sich auch dieser Vorfall nicht. Knallgeräusche, für die keine Ursache gefunden wird, gibt es immer wieder. So gibt es sogar eine Community auf Facebook zum Thema: Die Seite «Der mysteriöse Knall» sammelt und veröffentlicht die Knallereignisse. 

5. Mysteriöse Knalle in Solingen

Kurz vor Ostern hörten Zahlreiche Einwohner von Solingen in zwei Nächten hintereinander mysteriöse Knallgeräusche, wie das "Solinger Tagblatt" berichtet. Sie alarmierten die Polizei, beschrieben die Geräusche als "explosionsartig". Die Polizei hatte auch einige Tage später keine Erfklärung. Solingen liegt im Ruhrgebiet nahe Düsseldorf und hat rund 160'000 Einwohner. 

6. Knallgeräusche in Leonberg, nahe Stuttgart 

Im Juli und August 2019 sorgten Knallgeräusche in Leonberg, das etwa 13 Kilometer westlich von Stuttgart liegt und 48'000 Einwohner hat, für Verunsicherung. Das berichtete die "Stuttgarter Zeitung". Ein Einwohner schrieb auf Facebook, dass die Knalle deutlich lauter und massiver als Böller gewesen seien. Die Polizei wurde zwar teilweise alarmiert, konnte aber die Herkunft nicht klären. Eine Vermutung von Facebook-Kommentatoren erhärtete sich nicht: Es handelte sich nicht um Schreckschussanlagen in den Reben, mit denen Vögel oder Wildtiere vertrieben werden.

7. Bern, 2019: Ursache Überschallknall

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Nicht immer steckt hinter einem Knall auch ein Knallteufel. Das zeigt ein Fall vom letzen Jahr aus Bern. Damals meldeten mehrere Anwohner aus dem Kanton Bern einen lauten Knall bei der Polizei. Wie sich kurz darauf herausstellte, stammte der Knall von einem Überschallflug eines Flugzeugs der Schweizer Armee. 

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