«En Einer, Mami, lueg doch.» Solche Jubelschreie hörte man im letzten Jahr auf der Minigolf-Anlage in Bad Zurzach selten. Dies hatte aber nichts mit den ungenügenden Fähigkeiten der Kids zu tun, sondern vielmehr damit, dass die Anlage nur selten offen war. Selbst bei schönstem Wetter standen Besucher teilweise vor verschlossenen Türen.

Vorausgegangen war ein Streit zwischen dem Pächter Beat Anliker, Verwaltungsratspräsident der GoEasy Freizeit & Event AG, und der Eigentümerin Thermalquelle AG. Anliker öffnete die neue Minigolfanlage nur an Tagen, «wo es wirtschaftlich auch Sinn macht», wie er im letzten Sommer sagte. Andreas Edelmann, Vertreter der Thermalquelle AG, passte das überhaupt nicht und kündigte nach anhaltendem Streit den Vertrag mit Pächter Anliker auf Ende September 2015. Bis zum Ende der Saison wurde der Betrieb zu regelmässigen Öffnungszeiten vom Team der Thermalquelle AG sichergestellt. Wie es im nächsten Jahr weitergehen sollte, war damals noch völlig offen.

Vertrauen zurückgewinnen

In der Winterpause hat sich das Thermalquellen Ressort entschieden, die Anlage zu übernehmen. «Die sechs Wochen der letzten Saison haben uns gezeigt: Das Bedürfnis nach Minigolf ist im Zurzibiet vorhanden», sagt die neue Leiterin Birgit Rogg. «Wir haben uns im letzten Jahr einiges anhören müssen. Jetzt wollen wir beweisen, dass sich ein Besuch bei uns lohnt», sagt sie.

An der Gewerbeschau stellte sich die Minigolfanlage mit sechs Bahnen zur Schau. Auch, «um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen», wie Rogg sagt. Viel erinnert nicht mehr an das letzte Jahr. Neu gibt es einen Lounge-Bereich, der zum Verweilen einlädt. Auch die Öffnungszeiten sind kundenfreundlicher. Im Frühling kann bis 20 Uhr Minigolf gespielt werden. In den Sommerferien sogar bis 22 Uhr. Papa Moll, der die Gäste am Eingangsbereich mit breiten Armen in Empfang nimmt, ist nun auch kulinarisch vertreten. Die Besucher können einen Papa-Moll-Burger bestellen.

Der Saisonstart Ende März sei gut verlaufen, wie Rogg erzählt. «Wir erhalten viele positive Rückmeldungen. Ich freue mich auf die Saison», sagt sie. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Minigolf-Jahr das letzte vergessen machen kann. Papa Moll hätte sicher seine Freude daran.