Zehn Orte, zehn zeitgleiche ausserordentliche Gemeindeversammlungen, ein Traktandum. Am Donnerstag ereignete sich entlang des Rheins Historisches: Zehn Stimmbevölkerungen entschieden über einen Kreditantrag von maximal 55'000 Franken pro Gemeinde. Das Geld - insgesamt 450'000 Franken - soll eine vertiefte Prüfung der Fusion der «Rheintal+»-Gemeinden finanzieren.

Abends um 22 Uhr traf in Rekingen, wo sich die zehn Gemeindeammänner versammelt hatten, das letzte Resultat ein. Es war jenes aus Kaiserstuhl. Wie auch aus acht weiteren Gemeinden kam aus dem kleinsten Städtchen der Schweiz ein Ja. Einzig Fisibach lehnte den Kreditantrag ab.

Damit sagten die neun Gemeinden noch nicht Ja zur Fusion, aber Ja zur vertieften Prüfung des möglichen Zusammenschlusses. Im Juni nehmen Facharbeitsgruppen ihre Arbeit auf. Im Herbst 2019 wird über eine mögliche Fusion abgestimmt.

Durch die Fusion der neun Gemeinden, die Ja gestimmt haben, würde mit 29 Quadratkilometern die flächenmässig grösste Gemeinde im Kanton Aargau entstehen. Sie hätte rund 7500 Einwohner. Kaiserstuhl würde als flächenmässig kleinste Gemeinde der Schweiz dagegen von der Bildfläche verschwinden.