Erst letzte Woche hatte die Regionalpolizei Zurzibiet das «Hirzen»-Ladenlokal im Klingnauer Städtchen wieder freigegeben und die Versiegelung entfernt. Wenige Tage später herrschte darin bereits wieder reger Betrieb – mehrmals auch zu später Stunde. Das bekamen auch Anwohner mit.

Der Kosovaren-Verein mit dem klingenden Namen «Club zum Hirzen» hat die Räumlichkeiten als Vereinslokal gemietet. Lärm-Reklamationen aus der Bevölkerung waren schliesslich der Auslöser, dass Beamte der Regionalpolizei das Lokal am Samstag (22.30 Uhr) und am Sonntag (20.30 Uhr) räumten und schlossen. Repol-Chef René Lippuner bestätigt entsprechende Informationen des «Badener Tagblatts»: «Wir haben festgestellt, dass im Lokal ein Club betrieben wird, ohne dass eine Bewilligung dafür vorliegt», sagt er.

Das Lokal war via Haupteingang für jedermann zugänglich. Es wurden Getränke wie in einer Gaststätte verkauft. Doch für die Räume liegt einzig eine Bewilligung zum Betreiben eines Ladenlokals während der ordentlichen Ladenöffnungszeiten vor. Damit lag ein Verstoss gegen die Nutzungsordnung vor, der Club wurde somit illegal betrieben. Am Samstagabend hielten sich bei der Räumung mindestens 20 Personen im Lokal auf, am Sonntagabend etwa 5.

Gemeinderat bestätigt Räumung

Auch Gemeindeschreiber Rolf Walker bestätigt die mehrmalige Räumung. Der Gemeinderat wird sich – auch auf der Grundlage des Polizeiberichts – in nützlicher Frist mit dem Thema befassen, sagt er. Inwiefern Nachtruhestörungen vorlagen und die erlaubte Nutzung missachtet wurde, ist Gegenstand von laufenden Abklärungen. Im Raum steht eine erneute Schliessung. Bis es so weit ist, könnte das Katz-und-Maus-Spiel weitergehen. Derweil unterstreicht Repol-Chef René Lippuner: «Wir werden das Lokal weiter im Auge behalten.»

Der Verein, der gemäss Statuten das kosovarische Kulturgut pflegt, war Anfang Oktober eingezogen. Wegen wiederholter Lärm-Reklamationen von Anwohnern wurde die Gemeinde auf den Club-Betrieb im Lokal aufmerksam. Bei Kontrollen der Repol zeigte sich, dass die Umnutzung des Ladenlokals illegal erfolgt war, also ohne die dafür nötige Baubewilligung.

Zwar reichte die Eigentümerin, die Loco’s Immobilien AG aus Freienbach, Unterlagen für ein Baugesuch zur Umnutzung ein, diese erwiesen sich jedoch als unvollständig. Später zog sie das Baugesuch zurück. Der Gemeinde hob daraufhin, wie in einem solchen Fall üblich, die Schliessung auf, um die Nutzung als Ladenlokal während der ordentlichen Ladenöffnungszeiten wieder zu ermöglichen.