Wiederinbetriebnahme

Neuer Schub für die Rheintallinie: Studie rechnet mit Kosten von 20 Millionen Franken

Auf der Strecke Laufenburg–Koblenz, wie hier am Bahnhof Felsenau, verkehren zurzeit nur Güterzüge und keine Personenzüge. Geht es nach den Vorstellungen von Politikern aus der Region, soll sich das ändern. Bild: Walter Schwager (30. September 2010)

Auf der Strecke Laufenburg–Koblenz, wie hier am Bahnhof Felsenau, verkehren zurzeit nur Güterzüge und keine Personenzüge. Geht es nach den Vorstellungen von Politikern aus der Region, soll sich das ändern. Bild: Walter Schwager (30. September 2010)

Eine Studie liefert neue Daten für eine mögliche Wiederaufnahme der Verbindung zwischen Basel und Winterthur. Demnach profitiert auch das Zurzibiet. Politiker wollen den Druck auf Kanton und Bund erhöhen.

Auf der Strecke zwischen Koblenz und Laufenburg fahren seit 1994 keine Personenzüge mehr. Benutzt wird sie nur noch von Güterzügen. Wer als Passagier vom Zurzibiet ins Fricktal oder umgekehrt will, muss heute den Bus nehmen.

Inzwischen hat die Forderung nach einer durchgehenden Verbindung zwischen Basel und Winterthur entlang des Rheins bei Interessenvertretern Fahrt aufgenommen. Bis 1990 verkehrten hier Schnellzüge. Eine Arbeitsgemeinschaft möchte den Direktzug von Winterthur nach Basel reaktivieren – und Zürich umfahren. Die beiden Nationalräte Thomas Hardegger (SP, Zürich) und Hansjörg Knecht (SVP, Leibstadt) haben beim Bundesrat einen Vorstoss eingereicht.

Auf kantonaler Ebene wurden die beiden CVP-Grossräte aus dem Zurzibiet, Andreas Meier (Klingnau) und René Huber (Leuggern), mit einer Interpellation an den Regierungsrat aktiv.

Mit dem Thema beschäftigten sich auch zwei Studenten der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. In ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Verkehrssysteme untersuchten Stefan Angliker (27) und Patrick Helg (24) vier Varianten, die den Zürcher Hauptbahnhof sowie die aktuellen Linien durch das Mittelland entlasten könnte.

Ihr Fazit: Eine Interregio-Verbindung zwischen Basel und Winterthur mit Halt in Rheinfelden, Stein-Säckingen, Koblenz, Bad Zurzach und Bülach wäre eine Alternative, die ein verhältnismässig grosses Nachfragepotenzial abdecken würde. Die Investitionen für die Wiederinbetriebnahme der Verbindung entlang des Rheins wären hierfür nicht übermässig hoch.

Stopps in Koblenz und Bad Zurzach

Angliker und Helg rechnen mit Kosten von rund 20 Millionen Franken. Den Löwenanteil des Betrags würde in den Bau einer Kreuzungsstelle in Leibstadt und Säckingen beziehungsweise in die Optimierung der Kreuzung in Weiach-Kaiserstuhl fliessen.

Der Zug – dem die beiden Absolventen aus dem Kanton Zürich den fiktiven Namen «IR 38» gaben – würde ab dem Jahr 2035 den Betrieb aufnehmen und einmal stündlich fahren. Die beiden Zürcher verstehen ihren Vorschlag auch als Beitrag für eine politische Diskussion. Dort sind ihre Erhebungen bereits angekommen und stossen auf Interesse. Beispielsweise bei Nationalrat Hansjörg Knecht. Er fände es lohnenswert, auf der Grundlage der Studie, das Thema weiter zu verfolgen.

Zu diesem Zweck findet heute Donnerstagabend in Bad Zurzach eine überparteiliche Veranstaltung mit dem Titel «Wiederbelebung der Rheintallinie» statt. Angliker und Helg werden ihre Arbeit im Hotel Zurzacherhof präsentieren. Im anschliessenden Podium diskutieren nebst Knecht auch Thomas Hardegger und Andreas Meier.

Abschliessend soll eine Resolution verfasst werden. Sie soll als Basis für eine Petition dienen, die Andreas Meier beim Regierungsrat einreichen will. «Damit sich dieser intensiver mit dem Thema beschäftigt», sagt er. Und Hansjörg Knecht plant seinerseits die Rheintallinie in Bern im Gespräch zu halten. Die Antwort des Bundesrats auf seine Anfrage hat ihn nicht befriedigt. «Es ist daher wichtig, dass der Druck aufrecht bleibt.»

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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