Die katholische Weltkirche erlebt gegenwärtig ein Desaster. Sexuelle Missbrauchsfälle und das systematische Vertuschen der Kirchenoberen sorgen für Vertrauensverlust. Wie Rom die Missbräuche aufarbeiten will, bleibt undurchsichtig.

Die Auswirkungen der Skandale bekommt auch die Landeskirche zu spüren. 2018 kam es mancherorts zu einem neuen Rekord an Austritten. Mit den negativen Schlagzeilen beschäftigt sich auch das neue Kirchenkonstrukt im Bezirk Zurzach. Anstatt die Probleme unter den Tisch zu wischen, setzt der frisch gegründete Pastoralraum Aare-Rhein auf Reformen. Diesen Sonntag wird in der katholischen Kirche Döttingen in einem Gottesdienst die neueste Organisation des Bistums Basel nun offiziell eingeweiht. Vorgestellt wird das Ergebnis, das über einen längeren Zeitraum entstanden ist. Geleitet wird die Liturgie von Bischof Felix Gmür.

Der Pastoralraum Aare-Rhein ist eine Weiterentwicklung der bisherigen Seelsorgeverbände. Die neue Organisation ist aus sieben Pfarreien und den sechs Kirchengemeinden Döttingen, Klingnau, Koblenz, Leibstadt, Schwaderloch und Leuggern entstanden. Damit sind im Bistum 81 von 99 Pastoralräume fertiggestellt oder befinden sich auf der Zielgeraden. 14 davon im Kanton Aargau. Der bisher einzige im Zurzibiet wurde 2017 (Surbtal-Würenlingen) errichtet.

Offen gegenüber Homosexualität

Mit dem Zusammenschluss will der Pastoralraum Aare-Rhein neue Schwerpunkte setzen, wie deren Leiter Daniel Kyburz sagt. «Wir wollen eine offene Kirche sein.» Das bedeute, dass es Platz für künftige Priesterinnen haben soll und man offen gegenüber Homosexualität sei. Kyburz propagiert, dass innerkirchliche Veränderungen dringend nötig seien. Mit dieser Haltung ist man offensichtlich bereit, bisherige Tabus zu brechen. Vom Bistum hat man jedenfalls grünes Licht erhalten. Es hat das vorgelegte Konzept angenommen.