Koblenz

Neuer Bahnhof dokumentiert – Kamera ist 400 Tage ohne Pause in Betrieb

6.10.2012: Fahrbetrieb auf Perron 4, die Perronuhr ist entfernt.

6.10.2012: Fahrbetrieb auf Perron 4, die Perronuhr ist entfernt.

Eisenbahnfan Roman Brosowski (33) hat die Arbeiten am Bahnknotenpunkt am Bahnhof Koblenz über 15 Monate hinweg fotografiert. Insgesamt 100 000 Aufnahmen machte der Hobbyfotograf. Seine Kamera war während 400 Tagen ununterbrochen in Betrieb.

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Das Video zum Umbau des Bahnhofs Koblenz.

«Der Umbau des Bahnhofs war für den Verkehrsknotenpunkt Koblenz ein wichtiges Ereignis», sagt der ehemalige SBB-Mitarbeiter Roman Brosowski aus Bad Zurzach. Und wichtige Ereignisse müssen dokumentiert werden, sagten sich die Mitglieder des Vereins «Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz» (vormals Draisinensammlung Fricktal), zu denen Borsowski gehört. Der Verein hat seine historischen Bahnfahrzeuge – in der Mehrzahl Draisinen – im ehemaligen Lokdepot nur wenige Meter vom Bahnhof Koblenz entfernt eingestellt.

Als eingefleischter Bahnfan reifte in Brosowski die Idee, den Baufortschritt des Umbaus fotografisch festzuhalten. Im Güterschuppen beim Bahnhof montierte er – vor Wetter und Diebstahl gut geschützt und zuverlässig mit Strom versorgt – eine Spiegelreflexkamera und stellte sie so ein, dass ab Arbeitsbeginn Mitte August bis zur Fertigstellung des Umbaus Mitte November jede Stunde ein Bild geschossen wurde. Die Kamera war während über 400 Tagen ununterbrochen in Betrieb.

Aus den rund 100'000 Digitalfotos suchte Brosowski diejenigen heraus, die den Baufortschritt am besten zeigen. Die Kurzversion des fotografischen Zeitraffers mit je einem Bild am Vormittag und einem am Nachmittag ist auf der Homepage der Aargauer Zeitung zu sehen.

«Mit dem Ergebnis hochzufrieden»

Brosowski bezeichnet die Fotodokumentation als Spielerei, ist aber mit dem Ergebnis hochzufrieden: «Ich habe – ehrlich gesagt – nicht damit gerechnet, dass es technisch so gut funktioniert und dass man den Wandel so eindrücklich sehen kann.» Auf den Fotos ist zu erkennen, wie die neuen Fahrdraht-Masten aus dem Boden schiessen, wie die Bahnhofuhr wie von Geisterhand verschwindet und wie die alten Gleisfelder eines nach dem anderen entfernt und neu verlegt werden. Gut verfolgt werden kann auch, wie Perron um Perron sowie das Perrondach und die neue Lautsprecheranlage montiert wird.

Die Zeitrafferfotos führen dem Betrachter vor Augen, dass sich am Anfang nur wenig veränderte, es danach aber rasant vorwärts ging. Eisenbahnfreaks können aus den Bildern sehr viele spannende Details herauslesen, aber auch bahntechnisch weniger versierte Betrachter können erkennen, wie sich der Koblenzer Bahnhof in den letzten drei Monaten verändert hat.

Aufnahme ins SBB-Archiv?

Hobbyfotograf Brosowski hat die geschossenen Bilder der Projektleitung des Umbaus angeboten in der Meinung, dass die Dokumentation nicht einfach verschwinden, sondern an geeigneter Stelle archiviert werden sollte. Ein Entscheid steht noch aus.

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