Bis Ende Jahre wollte der norwegische Möbel-Konzern Flokk entscheiden, ob der Giroflex-Standort in Koblenz erhalten bleibt. Das hatte dieser bei der Übernahme des traditionsreichen Aargauer Bürostuhlherstellers im Juli kommuniziert. Nun ist klar: Zumindest Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie Marketing bleiben im Aargauer Grenzdorf. Eine Fragezeichen steht nach wie vor hinter der Produktion. Hier will sich das Unternehmen für seine Analyse drei weitere Monate nehmen, bis der Entscheid gefällt wird und klar ist, ob ein Teil ins Ausland verlagert wird. Das berichtet das Regionaljournal Aargau-Solothurn von SRF. Damit ist der Verbleib von drei Viertel der Stellen, also knapp 100, in Koblenz gesichert. 

Werksleiter Renato Hirrlinger sieht den längeren Zeitbedarf für die Analyse als positives Signal. «Das zeigt, dass wir von der Effizienz her durchaus konkurrenzfähig sind mit anderen Betrieben», sagt er zum Regionaljournal. Im Moment investiere das Unternehmen "extrem viel Geld in die Verkaufs- und die Marketingstruktur, um den Bekanntheitsgrad der Marke wieder zu stärken". Hirrlinger ist "sehr zuversichtlich für die Marke Giroflex. Im Juni hatte Giroflex-CEO Frank Forster keine Standortgarantie für Koblenz geben wollen. 

Giroflex gilt als Produzent von hochwertigen Bürostühlen und hat 2016 rund 46 Millionen Franken Umsatz erzielt. 100'000 Stück werden jährlich in Koblenz hergestellt. 90 Prozent von diesem erzielt das Unternehmen in der Schweiz, Deutschland, Österreich sowie in den Niederlanden und Belgien. 200 Mitarbeiter beschäftigt Giroflex, 180 in Koblenz, wobei 50 davon die Tochter- und Zulieferfirma Espisa betreffen. Das Werk des Kunststoffspritzguss-Spezialisten befindet sich auch in Koblenz, am anderen Dorfende. Der Grundstein von Giroflex hatte Albert Stoll I. 1872 mit einer Stuhlfabrik in Koblenz gelegt. Der Markenname Giroflex, der auf die Erfindung des Federdreh von 1926 zurückgeht, wurde 1947 eingeführt. Flokk erzielte zirka 150 Millionen Franken Umsatz pro Jahr und hat weltweit 620 Mitarbeitende. (pz)

Giroflex-Verkauf: Einblick in die Produktion in Koblenz und Interview mit CEO Frank Forster

Giroflex-Verkauf: Einblick in die Produktion in Koblenz und Interview mit CEO Frank Forster

(20.7.2017)