Zurück auf Feld eins: Kommt es in Fisibach nach der Absage des Regierungsrats zu den Wechselabsichten in den Kanton Zürich nun zum grossen Meinungsumschwung? Einiges deutet darauf hin. An der jüngsten Orientierung des Gemeinderats sprach sich eine klare Mehrheit für eine Wiederaufnahme der Gespräche am Zurzibieter Fusionsprojekt «Rheintal+» aus.

Noch Anfang April war man in Fisibach auf das Vorhaben nicht gut zu sprechen. Die Stimmbürger erteilten an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung dem nötigen Kreditantrag für eine vertiefte Prüfung eine deutliche Abfuhr und beauftragten den Gemeinderat gleichzeitig, beim Kanton Abklärungen für einen möglichen Kantonsübertritt vorzunehmen. Die übrigen neun Gemeinden (Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen) stimmten dem Kredit im Frühling zu und haben inzwischen ihre Arbeit aufgenommen.

Massgeblich für den Sinneswandel dürfte in Fisibach die rechtliche Zusicherung des Regierungsrates beigetragen haben, wonach die Schüler weiterhin in den Kanton Zürich nach Weiach und Stadel in die Schule gehen dürfen. Definitiv vom Tisch sind die Wechselgelüste in den Kanton Zürich. Die letzten zur Verfügung stehenden politischen Instrumente finden im 460-Seelen-Ort keine Mehrheiten mehr. Eine Motion an den Grossen Rat sowie eine Volksinitiative, die 3000 Unterschriften benötigen würde, werden nicht weiterverfolgt. «Es gibt nach der Veranstaltung eine Tendenz hin zu Rheintal+», bestätigt Gemeindeammann Marcel Baldinger. Das klare Resultat sei allerdings noch mit Vorsicht zu geniessen. Weil am Informationsabend nur rund drei Dutzend Bürger anwesend waren, könne nicht von einer repräsentativen Meinung gesprochen werden, so Baldinger.

Map: Die Aargauer Gemeinde Fisibach liegt an der Grenze zum Kanton Zürich

Ungeachtet dessen, hat der Gemeinderat die nächsten Schritte eingeleitet, um schnellstmöglich die Gewissheit zu erhalten, welche Strategie nun weiterverfolgt werden soll. Deshalb stellt Fisibach nun einen Wiedererwägungsantrag. An ihrer nächsten Sitzung im August dürften die übrigen «Rheintal+»-Gemeinden das Fisibacher Begehren behandeln. Sollte es genehmigt werden, will man die Frage für einen Beitritt nochmals vors Volk bringen.

Entscheid im Spätsommer

An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung sollen die Fisibacher im Spätsommer, so der Fahrplan, über einen Anschluss entscheiden. Davor sollen an einem weiteren Treffen die grundlegenden Fragen und Bedenken zur Zukunft des Dorfes zur Sprache gebracht werden. Nach wie vor sind Befürchtungen zu hören, dass man als Kleinstgemeinde zu wenig Einfluss haben könnte. Sollten sich die Fisibacher dennoch zu einem Ja zu «Rheintal+» durchringen, wäre theoretisch bereits eine Teilnahme am nächsten Workshop im September mit den anderen neun Gemeinden möglich.

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