Dieses Wochenende stehen die Sechzehntelfinals im Schweizer Fussball-Cup auf dem Programm. Nach dem 7:0-Sieg gegen Bramois befindet auch der Zurzibieter Zweitligist FC Klingnau unter den letzten 32 Mannschaften. Nächster Gegner ist am Sonntag (15.30, im Grie) nun der Challenge-League-Verein FC Chiasso. Derweil die Vorbereitungen angelaufen sind, beschäftigt sich die Wettkommission der interkantonalen Lotterie- und (Comlot) nach wie vor mit der Partie vor drei Wochen. Die Begegnung steht unter Manipulationsverdacht (die AZ berichtete). Der Grund: Wettanbieter Loterie Romande hatte die Wette kurz vor dem Spiel ausgesetzt. Die Quote für einen Klingnauer Sieg lag bei 7,5:1 – eine unverhältnismässig hohe Quote für ein Spiel zwischen zwei Teams aus derselben Liga.

Irrtum mit Kettenreaktion?

Wie der «Blick» nun schreibt, könnte die verdächtige Spur nach Russland führen. Zwei russische Buchmacher führten Klingnau als Erste auf dem Markt als krassen Aussenseiter – in der Folge boten viele Wettunternehmen, ohne es zu hinterfragen, ähnliche Quoten an. Möglicherweise haben sich die Russen bei der Ligazugehörigkeit des ihnen unbekannten FC Klingnau schlicht geirrt und deshalb eine Aussenseiter-Quote kreiert, die danach weltweit die Runde machte und viel zu attraktiv wurde.

Der Schiedsrichter, der die Begegnung zwischen Klingnau und Bramois leitete, hat laut der Zeitung vom Schweizerischen Fussballverband (SFV) einen Maulkorb erhalten.

Aktiv geworden ist in der Zwischenzeit der Aargauische Fussballverband (AFV), wie Schiedsrichter-Obmann Luigi Ponte bestätigt. Der AFV hat sämtliche Zweitliga-Schiedsrichter im Verbandsgebiet angewiesen, bei Verdachtsmomenten die zuständigen Stellen umgehend zu informieren. «Die ganze Geschichte klingt doch reichlich mysteriös.» Glücklichweise sei man beim AFV bisher von Manipulationen verschont geblieben. «Wir müssen aber als Verband wachsam sein und alles Unternehmen, um auch im Amateurfussball möglichen kriminellen Machenschaften vorzubeugen», so Luigi Ponte.