Bad Zurzach

Nach Kündigungswelle: An der «Cheschtenebaum»-Betriebsleitung wird festgehalten

Kita und Hort sind im Generationenhaus Pfauen in Bad Zurzach untergebracht

Kita und Hort sind im Generationenhaus Pfauen in Bad Zurzach untergebracht

Nach einer Kündigungswelle in den Bad Zurzacher Tagesstrukturen kommt es zu Anpassungen. Eltern gaben der Betriebsleitung die Schuld an der Misere, doch die darf bleiben.

Seit bald 50 Jahren steht der «Cheschtenebaum» für familienergänzende Kinderbetreuung. Die Institution bietet Kindern ab vier Monaten bis in die Oberstufe ein bedürfnisgerechtes Angebot, damit sie sich geborgen fühlen. Nicht mehr ganz so wohl fühlte sich zuletzt ein grosser Teil der Angestellten der Einrichtung. In den vergangenen Monaten kam es zu einer regelrechten Kündigungswelle. Seit Juli haben neun Mitarbeitende entschieden, den Cheschtenebaum zu verlassen. Grund für die Abgänge seien nebst strukturellen Veränderungen auch zwischenmenschliche Probleme gewesen.

Die Verantwortlichen des Cheschtenbaums teilen nun mit, dass ihnen die jüngste Entwicklung Sorge bereitet. Vor allem deshalb, weil es in der Vergangenheit kaum zu Wechseln von Betreuungspersonen gekommen sei, heisst es in einer Mitteilung. «Gerade vor diesem Hintergrund bedauert es der Verein, dass sich einige Mitarbeitende innert Kürze zu einer beruflichen Veränderung entschieden haben», sagt Vizeammann Peter Lude, der sich im Namen des Vorstandes und des Gemeinderats zur Situation äussert.

Neue Gesamtorganisation im Dreierteam geführt

Aus dem Schreiben geht allerdings auch hervor, dass in den Abläufen Handlungsbedarf besteht. Um die Betreuung der Kinder weiterhin fachgerecht gewährleisten zu können, haben Gemeindeammann Bernhard Scheuber, zugezogene Fach­personen und der Vorstand entschieden, dass die seit Monaten festgelegte, aber erst teilweise umgesetzte Organisationsstruktur beschleunigt realisiert werden soll.

«Sie stärkt die beiden pädagogischen Bereichsleitungen. Sie sind neu vollumfänglich für die operative und personelle Führung von Kita beziehungsweise Schülerhort verantwortlich und betreuen nicht mehr gleichzeitig eine Kindergruppe», sagt Peter Lude. Beide Bereichsleitungen werden zu 80 Prozent angestellt. In der Kita werde dies per sofort umgesetzt, im Schülerhort vor­aussichtlich Anfang 2021. «Die Gesamtorganisation wird im Dreierteam mit der Betriebsleitung geführt», so Lude.

Besorgte Eltern forderten nebst den angepassten Strukturen auch einen personellen Neuanfang ohne die bestehende Betriebsleitung, welche die Hauptschuld an der Misere trage. Dieser Punkt wurde im zuständigen Gremium ebenfalls dis­kutiert. «Natürlich werden in so einer Ausnahmesituation Betriebsabläufe, Personalfragen sowie interne und externe Feedbacks intensiv geprüft», sagt Peter Lude. «Aufgrund der aktuellen Situation haben wir die Verantwortlichkeiten aufgeteilt, auch in dem Sinne, dass sich die Betriebsleitung voll und ganz ihren Aufgaben widmen kann.» Der Vorstand habe grösstes Interesse, den Betrieb im Sinne der Kinder professionell weiterzuführen.

Betreuungsteam bald wieder komplett

Keine Auswirken haben, wie es heisst, die zahlreichen Abgänge auf die derzeitige Betreuung der Kinder. Diese sei unverändert sichergestellt, sagt Lude. Zudem würde die Rekrutierung der neuen Mitarbeiter erfolgreich laufen. «Wir erwarten, dass bis Ende September der Prozess abgeschlossen ist.» Danach würden die Eltern detailliert über die neuen Betreuungspersonen informiert.

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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