Bad Zurzach

Nach Konkurs: Wie geht es mit stillgelegtem Hotel Zurzacherhof weiter?

Auf dem Menü des Zurzacherhofs stand nach der Schliessung nur noch die Liquidation. Das Gebäude gehört nun der Stiftung Gesundheitsförderung.

Auf dem Menü des Zurzacherhofs stand nach der Schliessung nur noch die Liquidation. Das Gebäude gehört nun der Stiftung Gesundheitsförderung.

Der Zurzacherhof in Bad Zurzach steht seit bald zwei Jahren leer. Nun tut sich etwas: Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach hat das Gebäude gekauft.

«Wir sind froh darüber, dass die Liegenschaft wieder in unserem Besitz ist», sagt Rainer Blaser, Leiter Services und Finanzdienstleistungen der Stiftung. Genauer gesagt habe die Tochterfirma Immo Turm + Tenedo AG das ehemalige Hotel ersteigert – eine Tochtergesellschaft, die zu hundert Prozent der Stiftung gehört.

Was also passiert nun mit dem stillgelegten Hotel? Blaser: «Das ist noch nicht abschliessend bestimmt.» Man habe damit begonnen, eine «Auslegeordnung» zu machen. «Wir sind daran interessiert, das Gebäude möglichst bald wieder zu nutzen.» Die offensichtlichste Möglichkeit wäre, den Zurzacherhof wieder als Hotel zu eröffnen. Doch ob dies auch die beste Variante wäre, ist fraglich. Denn laut Blaser ist das Hotelangebot im Mittelklassebereich auch ohne den Zurzacherhof bereits ausreichend: Mit dem Tenedon und dem Hotel zur Therme verfügt das Thermalquellen Resort über zwei 3-Sterne-Häuser.

Dazu kommt das Turmhotel mit zwei Sternen, welches allerdings bald einem 4-Sterne-Neubau weichen soll. «Nach der Schliessung des Zurzacherhofs verzeichneten unsere Hotels zwar mehr Gäste, ausgebucht sind sie aber nicht.» Welche Alternativen zu einem Hotel die Stiftung prüft, ist laut Blaser noch in Ausarbeitung. «Im Vordergrund steht, dass das neue Konzept inhaltlich und wirtschaftlich sinnvoll ist», so Blaser.

Peter Schläpfer, Geschäftsführer von Bad Zurzach Tourismus, ist froh, dass mit der Stiftung ein Bad Zurzacher Unternehmen das ehemalige Hotel gekauft hat. «Es besetzt eine zentrale Lage und ist für die Bäder ein wichtiger Ort.» Ob es sinnvoll wäre, wieder ein Hotel daraus zu machen, hänge vom Gesamtkonzept der Stiftung ab, sagt Schläpfer. Aber auch er sagt: «In der momentanen Situation haben wir genug Hotelbetten.»

Bedarf sieht er hingegen im Angebot an altersgerechtem Wohnen – zum Beispiel betreute Wohneinheiten im Zusammenhang mit dem bestehenden Gesundheits- und Bäderangeboten.

Gebäude bleibt stehen

Denkbar wäre auch, dass die Stiftung ihr Therapiezentrum wiedereröffnet, das bis zur Schliessung des Zurzacherhofs im Gebäude angesiedelt war. Nach dem Konkurs des Hotels im Juli 2013 zentralisierte die Stiftung ihr Kurangebot im Therapiezentrum Quelle.

Ein Abriss des Gebäudes steht gemäss Rainer Blaser vorerst nicht im Raum – «zumindest nicht kurz- oder mittelfristig. Langfristig kann man das nie ausschliessen». Fest steht ausserdem, dass in die Liegenschaft wieder etwas reinkommt, was dem Kurort Bad Zurzach nützt. Denn der Zurzacherhof liegt laut Zonenplan in der sogenannten Kurzone. Das heisst: Erlaubt sind nur «Neubauten, die dem Kurbetrieb dienen.» Diese Formulierung sei bewusst weit gefasst, sagt Roland Kaufmann von der Bauverwaltung Bad Zurzach. Klar ausgeschlossen seien damit aber zum Beispiel reine Wohnbauten.

Egal, wofür sich die Stiftung schliesslich entscheidet: Das Haus muss stellenweise saniert, je nach neuer Nutzung möglicherweise umgebaut werden. Und lange warten wollen die Verantwortlichen damit nicht – Rainer Blaser: «Bis im Sommer wollen wir eine Entscheidung fällen. Die Umsetzung kann idealerweise bis 2016 abgeschlossen werden.»

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