Volksschule

Nach jahrelangem Ringen: Leuggern erhält Zuschlag für letzten Bez-Standort im Zurzibiet

Die Bezirksschule in Leuggern.

Die Bezirksschule in Leuggern.

Das Seilziehen um die künftigen Bezirksschulen im Zurzibiet ist beendet. Neben Bad Zurzach und Endingen wird auch Leuggern – und nicht Kleindöttingen – künftiger Standort. Es folgen nun Investitionen in Millionenhöhe.

Aus fünf mach am Ende drei: Die Würfel um den letzten Bez-Standort im Zurzibiet sind gefallen. Ab dem Schuljahr 2022/23 gehen die Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk nach Bad Zurzach, Endingen und – wie nun bekannt – nach Leuggern in die Bezirksschule.

Bereits vor den Sommerferien hatte der Regierungsrat Klingnau aus dem Rennen genommen. Die letzte offene Frage, Leuggern oder Kleindöttingen, fiel jetzt zu Gunsten von Leuggern aus. Darauf haben sich die sieben Gemeinden des neu definierten Bezirkschulkreises Kirchspiel (Böttstein, Döttingen, Full-Reuenthal, Leibstadt, Leuggern, Mandach und Schwaderloch) geeinigt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Mit dem Zuschlag für Leuggern endet ein jahrelanges Ringen um die Standortfrage der Bezirksschulen. Entsprechend gross ist die Erleichterung bei Stefan Widmer (parteilos), dem Ammann in Leuggern. Obwohl der Kanton den Kirchspiel-Gemeinden eine Frist bis Ende dieses Jahres gewährt hätte, einigten sich die zuständigen Behördenmitglieder bereits jetzt. «Die Diskussion, wo die Bez-Schüler künftig im Zurzibiet zur Schule gehen sollen, war seit zehn Jahren im Gang.

Die fünf Eigentümergemeinden der Bez Leuggern, Böttstein, Full-Reuenthal, Leibstadt, Mandach und Leuggern pflegen aber seit jeher ein gutes Verhältnis. Daher war man sich rasch einig, dass das Gebäude in Leuggern in Zukunft nicht leer stehen und weiter genutzt werden soll», sagt Stefan Widmer. Deshalb sei der Entscheid auch einstimmig ausgefallen. Auch Schwaderloch, das als Vertragsgemeinde dem Verbund angehört und Döttingen, das neu dazu stösst, stellten sich hinter den Entschluss.

Unter einem Dach, aber nicht am gleichen Ort

Zufrieden mit dem Entscheid ist auch Patrick Gosteli (SVP), Ammann von Böttstein. «Die Zeit der Ungewissheit und der Planungsunsicherheit ist endlich vorbei.» Gosteli geriet in der Standortfrage verschiedentlich in die Kritik. Ihm wurde nachgesagt, dass er die Bez unbedingt nach Kleindöttingen holen wolle. «Davon kann keine Rede sein», sagt er. Kleindöttingen sei damals von acht Aaretaler Gesamtgemeinderäten als Kompromisslösung vorgeschlagen worden.

Im Unterschied beispielsweise zu Bad Zurzach wird die Oberstufe im Kirchspiel nicht örtlich unter einem Dach untergebracht sein. Während sich die Bez in Leuggern befindet, gehen die Sekundar- und Realschüler künftig nach Kleindöttingen. Stefan Widmer erklärt, dass sich die Vertragspartner von Beginn weg auf den Standpunkt gestellt hätten, dass die Abteilungen nicht gebäudemässig in einer Gemeinde zusammengeschlossen sein müssen, sondern organisatorisch.

Damit der Betrieb in zwei Jahren wunschgemäss aufgenommen werden kann, sind noch Anpassungen nötig. Die Gemeindeversammlung in Leuggern von letztem November hatte hierzu bereits vorsorglich einen Kredit über 1,75 Millionen Franken genehmigt. Unter anderem soll die Kochschule von der Primar- in die Bezirksschule verschoben sowie zusätzliche Arbeitsgruppenzimmer eingebaut und feuerpolizeiliche Anpassungen vorgenommen werden. In einem nächsten Schritt werden nun die Satzungen für den neuen Gemeindeverband erarbeitet und den Gemeinden zur Beschlussfassung unterbreitet.

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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