Tegerfelden

Nach grosszügiger Erbschaft: Weinbaumuseum startet in digitales Zeitalter

1000 Exponate sind im Weinmuseum ausgestellt. Erklärt werden sie neu mit moderner Technik.

1000 Exponate sind im Weinmuseum ausgestellt. Erklärt werden sie neu mit moderner Technik.

Mit einem interaktiven Konzept sollen mehr Besucher in das Weinbaumuseum nach Tegerfelden gelockt werden. Durch eine glückliche Fügung ist das Haus in der Lage, die nötige Modernisierung umzusetzen: Der 2016 verstorbene Ortsbürger Heinz Birrer vermachte dem Verein 450'000 Franken.

Immer mehr Museen investieren in digitale Technologien. Mit Audioguides, Apps, interaktiven Screens und Führungen wird den Bedürfnissen Rechnung getragen. Nicht zuletzt soll bei jungen Museumsbesuchern das Interesse damit geweckt werden. Eine solche Neuausrichtung sei kostenintensiv, sagt Jurina Slavicek, die seit Anfang Juni neu die Geschäftsstelle im Weinbaumuseum in Tegerfelden leitet. Durch eine glückliche Fügung sei das Haus nun in der Lage, die Modernisierung umzusetzen und in eine neue Ära zu starten, schreibt das Museum in einer Mitteilung.

Möglich machte dies ein unerwarteter Geldsegen, den das Weinmuseum vor drei Jahren erhielt. Der 2016 verstorbene Ortsbürger Heinz Birrer vermachte dem Verein in seinem Nachlass 450'000 Franken. Geknüpft war die Erbschaft an die Auflage, das Museum weiterzuentwickeln. Ein Teil des Betrags sollte in eine Digitalisierungsstrategie fliessen. «Was wir nun machen», sagt Jurina Slavicek.

Besuch soll zu einer erlebnisreichen Zeitreise werden

Hochwertige Schenkungen und Leihgaben würden den Besuchenden zwar vielseitige und spannende Einblicke in die Welt der Weinherstellung und der Küferei erlauben, erklärt die Geschäftsführerin. «Gleichermassen entspricht die Ausstellung nicht mehr einem modernen Ausstellungskonzept. Die Besuchenden finden heute kaum zeitgemässe oder interaktive Elemente.»

Dank einer grosszügigen Spende und der möglich gemachten Digitalisierung wird der Besuch im Museum zum besonderen Erlebnis.

Dank einer grosszügigen Spende und der möglich gemachten Digitalisierung wird der Besuch im Museum zum besonderen Erlebnis.

Dies soll sich nun ändern. Dank der Spende eröffnen sich dem Museum neue Möglichkeiten. Mit der Neupositionierung soll der Besuch zu einer erlebnisreichen Zeitreise werden, versprechen die Betreiber. «Damit wollen wir das Museum über die Region hinaus als Kompetenzzentrum für den Wein sowie als Event-Location präsentieren», sagt Slavicek, die für die Umsetzung verantwortlich ist. Erste Tools, wie die Führung mit einem iPad, sind bereits umgesetzt. Eine Arbeitsgruppe befindet sich daran, dass die neuen Installationen 2021 auf dem Rundgang zur Verfügung stehen.

Initialzündung für das Projekt vor 40 Jahren

Der überarbeitete Auftritt fällt quasi auf ein Jubiläum. 1980 schlossen sich sieben Tegerfelder zu einer Interessengemeinschaft zusammen, mit dem Ziel, den Erhalt der Wiss-Trotte sicherzustellen. Damit sei die Initialzündung für das heutige kantonale Weinbaumuseum erfolgt, heisst es in der Vereinschronik.

Heute besteht das Museum aus einer repräsentativen, riesigen Ansammlung von Gerätschaften und Maschinen des Weinbaus.

Heute besteht das Museum aus einer repräsentativen, riesigen Ansammlung von Gerätschaften und Maschinen des Weinbaus.

1986 wurden die Räumlichkeiten im 1788 erbauten Gebäude schliesslich eingeweiht. Heute besteht das Museum aus einer repräsentativen, riesigen Ansammlung von Gerätschaften und Maschinen des Weinbaus mit rund 1000 Exponaten. «Die aktuellen Investitionen sollen sich als Return on Investment auszahlen und die Etablierung eines Aargauer Kompetenzzentrums für Wein nachhaltig möglich machen», sagt Jurina Slavicek.

Gemeinsam mit dem Vorstand hofft sie, dass damit eine bessere Wahrnehmung nicht nur die Vernetzung mit verschiedenen Zielgruppen stärkt, sondern auch viele neue Besucherinnen und Besucher nach Tegerfelden lockt. Luft nach oben besteht: Durchschnittlich sind es pro Jahr rund 800 Personen. «Wegen des Coronalockdowns werden die Zahlen heuer natürlich tiefer ausfallen», sagt Jurina Slavicek. Das Museum hat seit den Lockerungen wieder am ersten und dritten Sonntag im Monat geöffnet.

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Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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