Leuggern

Nach der Luft- mischt der TCS jetzt auch in der Bodenrettung mit

Das Rettungsfahrzeug der Alpine Air Ambulance fährt Rettungs- und Verlegungseinsätze.

Das Rettungsfahrzeug der Alpine Air Ambulance fährt Rettungs- und Verlegungseinsätze.

Beim Asana-Spital ist seit Anfang Jahr ein Rettungsfahrzeug des TCS stationiert. Dieses führt fürs Spital jene Rettungseinsätze aus, die es selber nicht mehr vornehmen kann. Spital und TCS teilen sich die Kosten für die Bodenrettung.

Mehrere Personen haben sich in den vergangenen Monaten gewundert: Ein Ambulanzfahrzeug mit dem «TCS»-Logo ist auf den Zurzibieter Strassen unterwegs. «Dieses Ambulanzfahrzeug ist im Spital Leuggern stationiert», sagt Alfred Zimmermann, CEO der Asana Gruppe AG, auf Anfrage der az.

Seit Februar bestehe eine Zusammenarbeit des Rettungsdienstes Leuggern mit der Alpine Air Ambulance AG (AAA), die zum Touring Club Schweiz (TCS) gehört. Vorher habe das Spital Leuggern zwei eigene Ambulanzfahrzeuge betrieben. «Mit dem eigentlichen Rettungsfahrzeug haben wir die Notfalleinsätze durchgeführt und mit dem anderen die Verlegungstransporte, um das Rettungsfahrzeug für Notfälle freizuhalten», sagt Zimmermann. Die Rettungseinsätze hätten jedoch laufend zugenommen – dadurch habe Leuggern jährlich rund 400 parallel auflaufende Notfalleinsätze nicht selber ausführen können. «Dafür mussten andere Rettungsdienste einspringen, zum Beispiel aus Baden oder Laufenburg», so Zimmermann.

Diese hätten allerdings eine wesentlich längere Anfahrtszeit: «Ein Rettungsfahrzeug muss innert der sogenannten ‹Vorhaltezeit› von 15 Minuten am Einsatzort sein können», erklärt Zimmermann. «Das ist schlicht nicht möglich, wenn ein Rettungsfahrzeug von Laufenburg nach Bad Zurzach fahren muss.» Das Spital Leuggern habe sich deshalb vor rund einem Jahr nach einer Problemlösung umgesehen. «Ein drittes eigenes Fahrzeug wäre nicht wirtschaftlich gewesen, also haben wir uns nach einem Kooperationspartner umgesehen und sind auf die AAA gestossen.»

Das Fahrzeug heisst Lukas 53

Nun steht in Leuggern ein drittes Rettungsfahrzeug, genannt Lukas 53, im Einsatz. Die Kosten dafür teilen sich das Spital Leuggern und die AAA. «Das Fahrzeug erfüllt die vom Kanton festgelegten Anforderungen bezüglich Personal und Ausstattung und kann sowohl für Verlegungstransporte als auch für Notfalleinsätze gebraucht werden», sagt Zimmermann. Abgerechnet werde nach den offiziellen Tarifen, eine Mehrbelastung für die Patienten entstehe nicht.

Finanziell lohnt sich die Zusammenarbeit für das Spital Leuggern: «Sowohl qualitativ als auch wirtschaftlich konnte eine massive Verbesserung erreicht werden», sagt Zimmermann. Denn: Das Spital Leuggern muss weniger Einsätze an auswärtige Rettungsdienste abtreten. «Eine Hochrechnung für das Jahr 2013 ergibt eine Steigerung von 1272 Einsätzen im Vorjahr auf neu 1538.» Nimmt man einen ungefähren Betrag von tausend Franken Einnahmen pro Einsatz, ergibt das etwa eine Viertelmillion. Das sei jedoch eine Milchbüechli-Rechnung, betont Zimmermann. Einen Teil der Einnahmen aus der Kooperation gehe an die AAA.

Keine Konkurrenzsituation

Die anderen Rettungsdienste im Kanton, die nun kaum mehr zu Einsätzen ins Zurzibiet gerufen werden, seien keineswegs verärgert darüber, sagt Zimmermann. Dies bestätigt Miriam Crespo, Kommunikationsverantwortliche beim Gesundheitszentrum Fricktal: «Das Mitmischen des TCS-Rettungsdienstes hat auf unsere Rettungseinsätze bisher keinerlei negativen Einfluss gehabt. Wir betrachten das Angebot letztlich als Ergänzung zu unserem eigenen Rettungsdienst, was dem Wohle des Patienten zugutekommt.» Marco Bellafiore, Mediensprecher des Kantonsspitals Baden, sagt: «Mit der Verstärkung in Leuggern ist die Abdeckung im Einsatzbereich Leuggern optimiert worden, was für das Kantonsspital Baden keinen Nachteil darstellt.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1