Wislikofen

Nach den Ferien eröffnet die Privatschule «Lernen im Flow»

Noch steht das frühere Schulhaus in Wislikofen leer. Das soll sich ab August ändern.

Noch steht das frühere Schulhaus in Wislikofen leer. Das soll sich ab August ändern.

Im Wisliker Schulhaus wird wieder unterrichtet: Die Tagesschule «Flow» erwartet im März die Zusage des Kantons.

Bald kehrt wieder Leben in das frühere Schulhaus in Wislikofen ein: Nach den Sommerferien eröffnet die Privatschule «Lernen im Flow» ihre Tore. Im ersten Schuljahr wird die Basisstufe mit einer Klasse unterrichtet, also Kindergarten bis zweite Klasse durchmischt. 2021 startet die zweite Klasse mit Dritt- bis Sechstklässlern.

Maximal 60 Schüler aus dem Einzugsgebiet Zurzibiet, Baden, Dielsdorf und Bülach sollen bis in fünf Jahren in der Tagesschule die Schulbank drücken. Der Unterricht hält sich an den Lehrplan 21, unterscheidet sich aber methodisch vom Regelunterricht der öffentlichen Schule. Noch fehlt die definitive Zusage des Kantons. Der künftige Schulleiter Ueli Schwab ist aber zuversichtlich, dass die Antwort aus Aarau, die am 13. März eintrifft, positiv ausfallen wird.

Anforderungen sind erfüllt

Schwab erklärt: «Der Kanton verlangte eine genaue Definition der Unterrichtspädagogik, Vorverträge mit den künftigen Lehrpersonen und die Sicherheit, dass die Schule nicht nach zwei Jahren aus finanziellen Gründe schliessen muss.» Diese Anforderungen habe man erfüllt, und auch die beiden Lehrerinnen, die sich das 100-Prozent-Pensum teilen, unterschrieben bereits. «Einer Bewilligung steht also nichts mehr im Weg», sagt Schwab.

Der Zürcher ist nicht nur der künftige Schulleiter, sondern auch Teil des Gründungsteams der Privatschule, zu dem auch die Kinderpsychotherapeutin Alexandra Jacob aus Stadel ZH und die Primarlehrerin Franziska Maag aus Rümikon gehören.

Zurzeit leitet Schwab die Primarschule mit rund 350 Kindern in Steinmaur ZH, wo er ab August das Pensum reduzieren wird. Zu Beginn suchte das Gründungsteam nach einem Standort im Zürcher Unterland.

«Die Miete wäre dort aber zu teuer gewesen», sagt Schwab. Das Schulhaus in Wislikofen ist aus mehreren Gründen ideal. Seit Rekingen der alleinige Standort der Kreisprimarschule Chrüzlibach ist, steht das Schulhaus in Wislikofen leer.

Die kantonalen Auflagen erfüllt das Gebäude mit 200 Quadratmetern Innen- und 400 Quadratmetern Aussenfläche aber nach wie vor. Über die S-Bahn-Linien und den Busanschluss sei die Schule zudem gut erreichbar, sagt Schwab und ergänzt: «Und das Angebot der Gemeinde Wislikofen mit der Anschubfinanzierung ist sensationell.»

Schulgeld beträgt bis zu 1500 Franken pro Monat

Die Miete pro Jahr beläuft sich auf 40'000 Franken, wobei die Gemeinde Wislikofen in den ersten drei Schuljahren einen Rabatt gewährt, zuerst 30, dann 20 und im dritten Jahr 10 Prozent. Um die Kosten tief zu halten, arbeiten Ueli Schwab als Schulleiter, Alexandra Jacob als organisatorische und Franziska Maag als pädagogische Leitung in der ersten Zeit ehrenamtlich.

Das Schulgeld beträgt für Kindergärtler 950, für Erst- und Zweitklässler 1300 und für die Mittelstufe 1500 Franken. «Das ist vergleichsweise moderat», sagt Schwab. Sobald die Bewilligung des Kantons vorliegt, wollen sie mit verschiedenen Stiftungen in Kontakt treten.

Die Privatschule «Flow» hat zum Ziel, den Übergang zwischen Spielgruppe und Kindergarten flüssiger zu gestalten. Schwab erklärt: «Seit der schweizweiten Harmonisierung der obligatorischen Schule treten die Kinder ein Jahr früher in die Schule ein – die Anforderungen an sie sind aber die gleichen geblieben.»

Als Schulleiter hat er immer wieder Kontakt mit Eltern, die ihr Kind zwar nicht zurückstellen, also erst mit fünf Jahren in den Kindergarten schicken möchten, aber gleichzeitig das Gefühl haben, dass fünf Tage Kindergarten noch zu früh seien für das Kind. «Mit unserer Tagesschule können wir solche Kinder, aber auch jene mit Verzögerungen im Spracherwerb besser abholen, da wir den Unterricht individueller und flexibler gestalten können.»

Übertritt an eine öffentliche Schule jederzeit möglich

Die Unterrichtsmethode an der Privatschule in Wislikofen ist vergleichbar mit dem bekannten Montessori-Konzept, das davon ausgeht, dass die Kinder sich aufgrund ihrer natürlichen Lernfreude das Wissen selbstständig aneignen. Schwab ergänzt: «Wir möchten den Kindern Raum und Zeit lassen, sich zu entwickeln. Gleichzeitig wollen wir aber auch gewährleisten, dass die Kinder jederzeit an die Regelschule wechseln können.»

Deshalb sollen Lernziele vereinbart werden, was jedes Kind in einem Jahr ungefähr erlernen sollte – trotz individuellem, auf jedes Kind abgestimmtem Unterricht. Noten werden keine verteilt, dafür aber Lernberichte oder Wortzeugnisse.

Kindergärtler, Erst- und Zweitklässler in einer Klasse

Dank der Durchmischung der Klassen sollen die Kinder gegenseitig voneinander lernen und ihre Sozialkompetenz stärken können. Die Klasse der Basisstufe wird im Erdgeschoss untergebracht, jene der Mittelstufe im ersten Stock. In den übrigen Räumen im dreistöckigen Haus, die nicht als Klassenzimmer genutzt werden, können die Kinder sich kreativ betätigen, konzentriert arbeiten oder zur Ruhe kommen.

Der Schultag beginnt um 7.30 Uhr und endet um 17.30 Uhr. Mittwoch- und Freitagnachmittag sind frei. Einen halben Tag pro Woche verbringen die Kinder draussen in der Natur, das Mittagessen ist vegetarisch und soll möglichst aus regionalen Zutaten bestehen.

Für das Schuljahr ab kommenden August sind bereits Interessenten vorhanden. Melden sich alle an, startet die Schule mit einem Dutzend Kindern in der Basisstufe.

Schule wird ausgelastet sein

Vorgesehen wären maximal 18. Wenn 2021 die Mittelstufe hinzukommt, soll die Schülerzahl auf rund 25 Kinder erweitert werden. Nach fünf Jahren rechnet Ueli Schwab mit 50 bis 60 Kindern, womit die Schule ausgelastet wäre.

Im Jahr 2026 wechseln die ersten Kinder der Tagesschule «Flow» in die Oberstufe. Ob sie dazu in Wislikofen bleiben können, ist noch offen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht vorgesehen, an der Tagesschule «Flow» auch eine Oberstufenklasse zu unterrichten, sagt Schwab. «Zuerst konzentrieren wir uns auf den Start im August.»

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