Die Meldung, das Dreisterne-Hotel «Zurzacherhof» mache per sofort dicht, schockte Anfang Juli 2013 Angestellte, Gläubiger und Bevölkerung von Bad Zurzach. Die Angestellten standen von einem Moment auf den anderen auf der Strasse und bangten um ihre Löhne. Zwei Tage später deponierte Hotelbesitzer und -betreiber Peter Gähler beim Bezirksgericht Zurzach die Bilanz. Seither ist das Hotel an der Dr. Martin Erb-Strasse stillgelegt.

Inzwischen lagen Kollokationsplan (Schuldenverzeichnis), Lastenverzeichnisse und Inventar beim Konkursamt Aargau in Brugg auf und sind rechtskräftig. Dem Konkursamt für die Bezirke Rheinfelden, Laufenburg und Zurzach in Brugg sind die Forderungen der Gläubiger bekannt. Nun muss es entscheiden, ob die mit einem Verkehrswert von 2,9 Millionen Franken zu Buche stehende Liegenschaft über den normalen Immobilienmarkt verkauft oder öffentlich versteigert werden soll. Fällt der Entscheid zugunsten eines Verkaufs über die öffentliche Steigerung aus, wird die Liegenschaft in den nächsten Tagen und Wochen in den Zeitungen ausgeschrieben. Als Ziel formuliert der für das Verfahren zuständige Konkursbeamte Roland Laube, die Liegenschaft bis spätestens Ende Jahr zu veräussern.

Die Chancen, dass die 16 Angestellten doch noch zu ihren Löhnen kommen, stehen nicht schlecht. Lohn- und Pensionskassenforderungen geniessen im Kollokationsplan Priorität, gefolgt von den Forderungen der Sozialversicherungen (AHV, Unfall) und der Krankenkasse. Erst an dritter Stelle stehen die Lieferanten sowie Steuer- und Kreditschulden.

Ausbleibende Kundschaft

Nach der Rückkehr aus den Ferien Anfang Juli letzten Jahres hatte das Wirteehepaar Peter und Ursula Gähler dem Personal mitgeteilt, dass kein Geld mehr da sei, um den Betrieb weiter zu führen. Als Gründe nannten sie den starken Franken und die deswegen ausbleibende Kundschaft aus Deutschland. Als weiteren Grund führten sie die wegsterbende, ältere Stammkundschaft sowie die Konkurrenz unter den Hotels im Kurort Bad Zurzach an. Sie hätten drei Jahre lang gekämpft und versucht, das Hotel zu verkaufen, sagte Ursula Gähler damals gegenüber der Regionalzeitung «Die Botschaft». Der Entscheid, etwas aufzugeben, das man selbst aufgebaut habe, sei ihnen nicht leicht gefallen.

Für die meisten Angestellten zog die Hotelschliessung den Gang aufs Arbeitsamt respektive die Arbeitslosigkeit nach sich. Sie hoffen nun, doch noch einigermassen glimpflich davon zu kommen und keine grossen finanziellen Einbussen zu erleiden.