TV Endingen

Nach Abstieg in NLB: «Müssen uns Frage stellen, welche Anpassungen nötig sind»

Der grosse Frust: Nach nur einem Jahr in der Nationalliga A sind die Endinger Handballer wieder zweitklassig. Jetzt beginnt die Fehlersuche.

Der grosse Frust: Nach nur einem Jahr in der Nationalliga A sind die Endinger Handballer wieder zweitklassig. Jetzt beginnt die Fehlersuche.

Beim TV Endingen übt man nach dem Abstieg in die Nationalliga B Selbstkritik. Geschäftsführer Christian Villiger meint, das Team muss für den Ernstfall besser gerüstet sein – nun kommt es zu Veränderungen.

Sonntagabend, kurz vor 18 Uhr. Soeben ertönt die Schlusssirene in der Saalsporthalle in Zürich. Während die weiss-blau gekleideten Spieler der Grasshoppers zum Song «Oh wie ist das schön» den kaum noch für möglich gehaltenen Ligaerhalt feiern, stehen, sitzen und liegen die Akteure des TV Endingen in ihren roten Tenues konsterniert daneben und ringen nach Worten. Es herrscht die grosse Ratlosigkeit.

Nach einer 2:0-Führung in der Serie verabschieden sich die Surbtaler nach der alles entscheidenden Niederlage in der fünften Partie wieder aus der höchsten Handball-Liga. Den Endingern haftet inzwischen das unschmeichelhafte Image des Liftvereins an. Innerhalb von elf Jahren steigt die Mannschaft zum vierten Mal in Folge unverrichteter Dinge wieder ab.

Vertrauen auf die innere Kraft

Anstatt den angestrebten Ligaerhalt zu feiern, verzogen sich die Spieler danach einzeln in alle Himmelsrichtungen, um die Wunden zu lecken. Auch Christian Villiger. Der Geschäftsführer des TV Endingen schüttelt am Tag nach der grossen Enttäuschung ungläubig den Kopf. Den Abstieg bezeichnet er als absolut unnötig. «Wir müssen uns alle Gedanken machen, woran es gelegen hat.» Handballerisch habe die Mannschaft das Zeug gehabt, um die Klasse zu halten. Der Aargau wird damit in der kommenden Spielzeit – vorausgesetzt der STV Baden schafft den Aufstieg nicht – in der Nationalliga A nur noch mit einem Team, dem HSC Suhr Aarau, vertreten sein.

Für Christian Villiger steht nun fest, dass man alles Mögliche unternehmen müsse, um in der kommenden Spielzeit um die Spitzenplätze mitzuspielen, ohne dabei von der Strategie des Vereins abzuweichen. Am Konzept 12/12 (Anm. der Red.: Zu den besten 12 Teams der Schweiz gehören und mit möglichst zwölf Spielern der erweiterten Region im Team) werde festgehalten.

Villiger vertraut, wie er sagt, auf die innere Kraft im Klub. «Gleichzeitig müssen wir uns aber die Frage stellen, welche Anpassungen nötig sind.» Villiger übt dabei auch Selbstkritik. «Das nächste Mal müssen wir besser gerüstet sein.» Das Kader sei zu dünn gewesen und die Verantwortung auf zu wenig Leistungsträgern verteilt gewesen.

Erschwerend kamen laut Villiger die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle hinzu, was die Lage zusätzlich verschärft habe. Er betont, dass er dies nicht als Ausrede gelten lassen will. «Die Grasshoppers hatten mit denselben Problemen zu kämpfen.» Klar ist: Das Gros der Mannschaft soll mit ein bis zwei Zuzügen verstärkt und so breiter abgestützt werden. Mit zwei Spielern ist man sich dem Vernehmen nach bereits einig. Die Unterschriften sollen in den nächsten Wochen erfolgen.

Handlungsbedarf sieht Villiger nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch beim Staff. Die sportliche Leitung dürfte kommende Saison professionalisiert werden. Trainer Zoltan Majeri, der die Endinger auch in der Nationalliga B betreuen wird (er hat noch einen Vertrag für die kommenden zwei Jahre), soll ein hauptverantwortlicher Sportchef zur Seite gestellt werden, um damit Marco Eggenschwiler, der beruflich als Linienpilot oft unabkömmlich ist, zu entlasten. Entsprechende Gespräche sind im Gang. Mit Martin Pauli hat man ausserdem bereits einen Torhütertrainer engagiert.

Nicht gerüttelt werden soll am Budget für die erste Mannschaft. Damit die 400 000 Franken auch in der Nationalliga B gewährleistet sind, sollen die Bemühungen im Marketing und Sponsoring ausgebaut werden.

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