Klingnau

Mysteriöse Goldbarren: Ehrliche Finder erhalten einen Finderlohn

2,6-Kilo-Goldfund geht an Gemeinde Klingnau - Finderlohn für Finder

2,6-Kilo-Goldfund geht an Klingnau statt Finder

5 Jahre nach dem Fund wird die Suche nach dem Goldbarren-Besitzer bald eingestellt. Aber nicht alle mögen der Gemeinde die 120'000 Franken gönnen.

Im Juni 2012 fanden zwei Gemeinde-Angestellte 2,6 Kilogramm Goldbarren. Meldet sich der rechtmässige Besitzer nicht bis Ende Monat, erhält die Gemeinde den Grossteil des Goldes. Derweil machen Einwohner Vorschläge, was die Gemeinde mit dem Geld anstellen soll.

Im Sommer 2012 sorgte der sensationelle Goldfund von Klingnau tagelang für Schlagzeilen: Bauamtsleiter Jean-Marc Wenger und sein damaliger Lehrling Timo Metzger fanden beim Mähen einer Naturwiese zwischen Bahndamm und Umfahrungsstrasse 2,6 Kilogramm schwere Goldstücke.

Die zehn Goldbarren lagen in einem Plastiksack im hohen Gras, versteckt hinter einem Strauch. Die beiden Finder zögerten nicht und verständigten sofort die Polizei. Ende Juni läuft nun die Frist von fünf Jahren ab, während der sich der rechtmässige Besitzer melden kann. Dann geht der Fund an die Gemeinde – die beiden Gemeindeangestellten müssen sich mit zehn Prozent vom Fundwert begnügen. Das hat die Gemeinde juristisch abklären lassen.

Wem das Gold gehört, bleibt bis heute ein Mysterium. Auch eine heisse Spur – ein Fingerabdruck auf dem Plastiksack – verlief im Sand. Die Ermittler konnten den Abdruck zwar einem Mann zuordnen, ihm aber offenbar nichts nachweisen. Die Staatsanwaltschaft stellte das Untersuchungsverfahren ein.

«Finder sollen Gold erhalten»

Bei Klingnauer kommt es nicht gut an, dass der Grossteil des Goldes an die Gemeinde geht, berichtet der Regionalsender «TeleM1». Da die beiden Gemeindeangestellten während der Arbeitszeit auf das Gold stiessen, gilt – juristisch gesehen – der Arbeitgeber als Finder. Das Städtchen erhielte somit rund 105'000 Franken, der Finderlohn pro Person würde etwa 5000 Franken betragen. Beim Fund vor fünf Jahren hatte das Gold noch einen Wert von 120'000 Franken. «Zehn Prozent für die Finder sind wenig», findet etwa Leonita Uka, die Wirtin des Restaurants «Warteck». «Es wäre gut, würden sie etwas mehr erhalten.» Und Kurt Häfeli sagt, der Gemeinderat solle damit zu Abend essen gehen und den Rest den Findern auszahlen.

Ideen, was in Klingnau mit dem Geld angestellt werden könnte, haben die Einwohner genug. Von der Strassensanierung über Investitionen in die Badi oder in einen grösseren Spielplatz bei der Schule bis zu einem neuen Hotel – die Vorschläge, die Erwachsene und Kinder gegenüber dem Regionalsender machten, sind kreativ.

Bis Ende Monat bleibt es für die Gemeinde beim Träumen. Meldet sich der Besitzer nicht, wird der Zustupf in die Gemeindekasse Realität. 

Meistgesehen

Artboard 1