Eine nostalgische Zugfahrt im Steuerwagen aus den Siebzigerjahren markierte am Donnerstag den Auftakt zu «750 Jahre Koblenz». Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie das gesamte Jubiläums-Organisationskomitee mit Präsident Mario Erdin und geladenen Sponsoren stiegen in Koblenz in den Extrazug Richtung Brugg, Fricktal, Laufenburg bis zum Endziel Felsenau.

Der Gemeinderat war mit Ausnahme von Beatrice Lickel und Michael Mathys in der Tracht ihrer Herkunft gekleidet: In Glarner Tracht erschien Gemeindeammann Heidi Wanner, Gemeinderat Andreas Wanzenried war in der Thurgauer Sonntagstracht und Kollege Arnold Näf in der Zürcher Tracht zu sehen.

«Multikulti im Kleinen», erklärte Heidi Wanner am Abend im Festzelt. «In Koblenz mit seinen 1600 Einwohnern leben Vertreter aus 39 Nationen, es könnten heute auch ebenso viele Nationaltrachten anwesend sein.»

In Felsenau angekommen, wurden die Gäste auf dem Schiffsteg von Landammann Urs Hofmann und Grossratspräsident Markus Dieth persönlich begrüsst.

Auf der Fähre Richtung Koblenz überreichte Waldshuts Oberbürgermeister Martin Albers sein Gastgeschenk an Heidi Wanner: Eine «Rheinbrücke» mit Foto aus dem Jahre 1932. «Damals reichte die Brücke noch aus», lachte er an Deck.

Organisation «wie ein Marathon»

OK-Präsident Mario Erdin verglich die zweijährige Vorbereitungszeit mit einem Marathon: «Ich fragte mich wie bei einem Marathon, wo und wann ich an den Start gehen will», sagte Mario Erdin.

Die Vorbereitungen seien mit harten, aber auch lockeren Trainings gefüllt gewesen. «Freude und Erleichterung machen sich nun breit.» Als Dank für die grosse Arbeit verlieh Mario Erdin seinen Kolleginnen und Kollegen vom Organisationskomitee Medaillen – wie nach einem erfolgreichen Marathon.

«Koblenz vor 750 Jahren: Kaum vorstellbar, dass sie damals von einer Frau begrüsst worden wären», sagte Heidi Wanner in ihrer Ansprache an die Gäste, darunter auch Vertreter aus diversen umliegenden Gemeinden.

Das Dorf sei damals «Cobilz» genannt worden. Die Lage Koblenz’, am Zusammenfluss von Rhein und Aare, führe zu einer Ausrichtung in das Rhein- und das Untere Aaretal: «Wir pflegen Kontakte und Beziehungen in beide Richtungen.»

Hofmanns Gedankenspiel

Landammann Urs Hofmann liess die Gäste im Festzelt an seinem Gedankenspiel teilhaben: «Von Koblenz habe ich wohl erstmals in der Primarschule erfahren: ‹Bei Koblenz fliesst die Aare in den Rhein›, haben wir damals im Heimatkundeunterricht gelernt. Allerdings führt die Aare in der Regel mehr Wasser als der berühmtere Rhein. Also fliesst eigentlich der Rhein in die Aare, und folglich müsste der Fluss nach der Aare-Einmündung Aare und nicht Rhein heissen. Dann gäbe es heute vielleicht – ein Aarfelden statt ein Rheinfelden – oder ein Aarland-Pfalz statt ein Rheinland-Pfalz.»

Er sprach auch über das Koblenz der vier Brücken. Und da seien die Brücken von Mensch zu Mensch ebenso wichtig wie diejenigen aus Stein, Beton und Eisen. Landammann Urs Hofmann beschenkte die Gemeinde mit einer Wappenscheibe.

Grossratspräsident Markus Dieth beschrieb die 750 Jahre als Zeitspanne, welcher gut 25 Generationen entspräche. Trotz vieler Veränderungen in 750 Jahren hätten diese 25 Generationen gewiss eine Gemeinsamkeit: «Für sie alle war oder ist Koblenz ihre Heimat.»

Die verschiedenen Festivitäten dauern noch bis zum Sonntag an.