Leuggern

Mitfahrbänkli: Das Uber fürs Dorf

Am Samstag wird in Leuggern das Mitfahrbänkli-System vorgestellt. Auch ein Seitenwagen wird unterwegs sein.

Am Samstag wird in Leuggern das Mitfahrbänkli-System vorgestellt. Auch ein Seitenwagen wird unterwegs sein.

Wer eine Mitfahrgelegenheit braucht, kann in Leuggern auf ein neues Mobilitätsmodell setzen.

Leuggern macht mobil. Die Zurzibieter Gemeinde besteht aus acht verschiedenen Ortsteilen. Wer rasch ins Zentrum möchte oder von einem Ortsteil in den anderen, auf den wartet unter Umständen ein längerer Weg. Nun werden am Samstag sogenannte Mitfahrbänkli eingeweiht.

Neun an der Zahl, in jedem Ortsteil eines, in Felsenau deren zwei. «Mit den Mitfahrbänkli können unkompliziert Fahrgemeinschaften gebildet werden, die nicht nur Orte, sondern auch Nachbarn näher zueinanderbringen», sagt der zuständige Gemeinderat Magnus Sieber.

Entsteht da ein ländlicher Gegenentwurf zum Fahrdienst Uber? «Wir wollen weder Postautos noch Taxis noch den Fahrdienst Uber konkurrenzieren», sagt Sieber. Die Idee und das Anliegen dahinter sind anderweitig gestrickt. «Auf diese Weise sind die Fahrer und Mitfahrer gemeinsam nachhaltig mobil, es werden Geschichten erzählt, ein Stück gemeinsamer Weg geteilt oder einfach nur einem Mitmenschen etwas Gutes getan», sagt Sieber.

Auf einem Flyer, den die Gemeinde noch verteilen wird, steht: «Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner fahren täglich alleine in ihren Autos. Es kostet kaum Zeit und kein Geld, auf diesen Strecken jemand anderen mitzunehmen. Es braucht nur etwas Mut – trauen Sie sich und lassen Sie alte Traditionen neu aufleben!» Mit der Tradition ist das Reisen per Autostopp gemeint. Etwas, das Sieber in seiner Jugend gelegentlich auch machte.

Im Internet entdeckt

Der Vorschlag für das Mitfahrbänkli kam indes von der Gemeindeangestellten Claudia Widmer. Entdeckt hatte sie es im Internet. In Österreich, Deutschland, aber auch in der Schweiz (etwa in Blauen BL oder Berg SG) wurde die Idee bereits umgesetzt. «Das passt zu unserer Vorwärtsstrategie», sagt Magnus Sieber, der für Leuggerns Standortmarketing verantwortlich zeichnet.

«Wir wollen das Dorf mittels kleinen Entwicklungsschritten als attraktiven Ort präsentieren.» Die neuen Bänkli sind – wie die bereits bestehenden – in Rot gehalten und werden in diesen Tagen aufgestellt. Messbare Ziele verfolgt die Gemeinde nicht. «Wir werden keine Statistik führen», sagt Sieber. Es würde ihn aber freuen, wenn sich auch umliegende Gemeinden wie etwa Mandach anschliessen würden.

Vorgestellt werden die Bänkli am Samstag (10 bis 14 Uhr). Acht Fahrer in Oldtimern und Seitenwagen werden dann die ersten Fahrgäste von Ortsteil zu Ortsteil kutschieren.

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