Die Refuna AG (Regionale Fernwärme Unteres Aaretal) beliefert über 2600 Kundinnen und Kunden in elf Gemeinden mit Fernwärme. Rund 75 Prozent der Anschlüsse entfallen auf Einfamilienhäuser. Als Hauptwärmequelle der Refuna AG dient seit über 30 Jahren das Atomkraftwerk Beznau in Döttingen.

Doch die Abhängigkeit von der Atomkraft offenbarte zuletzt ihre Schattenseiten. Mit dem Ausfall der Blöcke 1 und 2 des AKW Beznau sah sich das Fernwärmenetz der Refuna im Dezember 2015 erstmals seit ihrem Bestehen seiner beiden Wärmequellen «beraubt». Die Refuna musste in den Notfallbetrieb wechseln und die Wärme mit Heizöl im Reserveheizwerk erzeugen. Die Abschaltung der beiden Atommeiler hat gezeigt: Die Refuna wird in Zukunft auf neue Energieträger angewiesen sein. Denn mit der Annahme des neuen Energiegesetzes zeichnet sich der schrittweise Ausstieg aus der Atomenergie ab.

Im Industriegebiet Gänter

Diese Woche nun teilte die Refuna mit: «Im Sinne einer vorausschauenden Planung und mit Blick auf die künftige Ausserbetriebnahme des Atomkraftwerks Beznau nimmt die Refuna AG ein Projekt für den Bau eines Holzheizwerks in Angriff.» Das Projekt soll im Industriegebiet Gänter in Döttingen realisiert werden, zusammen mit der Axpo, die dort im Besitz fast aller Parzellen ist. «Die Refuna AG und Axpo haben einen entsprechenden Konsortialvertrag unterzeichnet», heisst es in der Mitteilung. Möglich wird das neue Vorhaben auch, weil gleichenorts ein Pilotprojekt der Électricité de France für ein Bio-Energiewerk nicht zustande kommt.

Schon früher lobten die Refuna-Verantwortlichen Holz als «verlässliche Wärmequelle aus regionaler Wertschöpfung». Refuna und Axpo werden nun die Projektierung des Holzheizwerks aufnehmen. Beabsichtigt ist, dass die Refuna AG die künftige Bau- und Betriebsgesellschaft führen und Axpo die Betriebsführung des Holzheizwerks inklusive Holzbewirtschaftung übernehmen wird.

Bei der Projektierung werden andere, verfügbare Abwärme-Quellen berücksichtigt. Schon heute werden geringe Mengen der benötigten Wärme aus einem Holzheizkraftwerk (Mühlebach Energieholz AG) und von der Fernwärme Siggenthal AG (KVA Turgi) bezogen. Über die definitive Realisierung des Holzheizwerks werden Refuna und Axpo nach eingehender Prüfung des Projekts entscheiden, heisst es.