Leuggern

«Mister Regionalspital» nimmt den Hut mit gemischten Gefühlen

Alfred Zimmermann hat das Regionalspital Leuggern in den letzten 22 Jahren entscheidend geprägt. Angelo Zambelli

Alfred Zimmermann hat das Regionalspital Leuggern in den letzten 22 Jahren entscheidend geprägt. Angelo Zambelli

Spitaldirektor Alfred Zimmermann zieht sich nach 22 Jahren aus dem operativen Geschäft zurück. Ein wesentlicher Schritt in der Entwicklung war in seinen Augen die Umstellung auf einen privatwirtschaftlich orientieren Betrieb.

Alfred Zimmermann, Direktor des Asana-Spitals Leuggern, blickt seinem letzten Arbeitstag morgen Freitag mit gemischten Gefühlen entgegen: «Ich weiss, dass ich ein flaues Gefühl im Magen haben werde, wenn es heisst, Abschied zu nehmen. Ich weiss aber auch, dass ich mit René Huber einen Nachfolger habe, der aus der Region stammt und als ehemaliger Gemeindeschreiber von Bad Zurzach und OK-Präsident der Gippinger Radsporttage in der Region gut verankert ist.»

Alfred Zimmermann ist sich sicher, dass er seinem Nachfolger ein gesundes Spital übergibt, und dass alle Angestellten den neuen Spitaldirektor genauso unterstützen werden, wie sie ihn unterstützt haben.

Zimmermann gibt die operative Führung des Spitals Leuggern mit den Standorten Leuggern und Menziken ab, bleibt der Asana-Gruppe mit den Standorten Leuggern und Menziken aber als Vorsitzender der Geschäftsleitung sowie als Verantwortlicher für die standortübergreifenden Bereiche erhalten.

Vordenker im Gesundheitswesen

Alfred Zimmermann gilt in vielen Bereichen des aargauischen Gesundheitswesens als Vordenker. Er war Baumeister der Zusammenarbeit der Regionalspitäler Leuggern und Menziken und der Kooperation seines Hauses mit dem Kantonsspital Baden; er dehnte das Geschäftsgebiet in den Landkreis Waldshut aus mit dem Resultat, dass die Zahl der Geburten aus dem deutschen Grenzraum auf annähernd 100 stieg. Er war es auch, der den Kauf des ehemaligen Restaurants «Brauerei» und den Umbau in eine Kinderarztpraxis anregte und durchzog.

Alfred Zimmermann war in seiner Amtszeit mit unzähligen Aufgaben konfrontiert. Dazu zählen der Neu- und Ausbau zum heutigen, modernen Gesundheitsunternehmen, die Erweiterung des Belegarztsystems, die Reduktion der Kosten und die Sicherung der Qualität. Dazu gehören aber auch die Vernetzung mit anderen Spitälern und Institutionen des Gesundheitswesens, die Einführung der Fallpauschale sowie der Ausbau des Rettungswesens und der Geburtshilfe.

Von 7 auf 45 Belegärzte

Rückblickend kommt Alfred Zimmermann auf die wichtigsten Stationen seiner Arbeit am Regionalspital Leuggern zu sprechen: «Entscheidend für den Weiterbestand des Regionalspitals Leuggern war, dass der Kanton Anfang der 1990er-Jahre bereit war, 50 Millionen Franken für den Aus- und Umbau auszugeben.»

Wichtig sei aber auch gewesen, dass sich das Spital danach weiter entwickelte und sich der Kanton als Geldgeber sowie die Bevölkerung als Nutzer davon überzeugen konnten, dass sich die Investition gelohnt hat, sagt Zimmermann.

Als wesentlichen Schritt in der Entwicklung des Spitals bezeichnet er die Umstellung auf einen privatwirtschaftlich orientierten Betrieb: «Kader und Mitarbeitende mussten davon überzeugt werden, dass sie ihre Einstellung und ihre Arbeitsweise den veränderten Rahmenbedingungen anpassen mussten.»

Wichtig war Zimmermann in seiner Amtszeit als Direktor des Spitals der Ausbau des Belagarztsystems. Zu Beginn seiner Ära waren gerade mal 7 Belegärzte in Leuggern tätig. Heute sind es 45 Spezialisten, darunter Urologen, Orthopäden, Gynäkologen, Handchirurgen, Venenchirurgen, Ärzte für die plastische Chirurgie, Gastroenterologen, Zahnärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sowie Ärzte der Kinder- und Jugendmedizin.

Eindrückliche Zahlen

Die Entwicklung, die das Regionalspital Leuggern in den letzten 30 Jahren genommen hat, kann am besten mit ein paar Zahlen veranschaulicht werden: Als Alfred Zimmermann seine Stelle als Gemeindeschreiber von Leuggern aufgab und ins Regionalspital wechselte, verzeichnete das Haus 1200 stationäre Patienten im Jahr; heute sind es 3600, also dreimal mehr. Vor 30 Jahren kamen 120 Kinder jährlich in Leuggern zur Welt; inzwischen sind es über 500.

Zimmermann wünscht sich für die Zukunft des Spitals, «dass es vom Kanton auch in den nächsten Jahren einen Leistungsauftrag erhält, der es ermöglicht, weiterhin Spezialisten zu beschäftigen und das Haus so zu unterhalten, dass es die Infrastruktur laufend modernisieren und damit konkurrenzfähig bleiben kann».

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