Bad Zurzach

Mineralquellen: Coop-Rückzug keine Katastrophe

Bild: Bruno Kissling

Betriebsleiter Bruno Schaub präsentiert das in Lostorf abgefüllte Mineralwasser.

Bild: Bruno Kissling

Die Verantwortlichen in Bad Zurzach reagieren gelassen auf Vertragsende des Detailhändlers für Prix-Garantie-Getränke. 16 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften die Zurzacher mit Coop.

«Wir waren informiert darüber, dass sich Coop als Abnehmer des Zurzacher Mineralwassers zurückzieht», sagt Peter Kloter, Verkaufsleiter Mineralquelle Zurzach. 16% ihres Umsatzes erwirtschaften die Zurzacher mit Coop.

Bis im Frühling 2012 läuft der Vertrag mit Coop noch. «Bis dahin passiert noch viel», sagt Kloter. «Der Faktor Zeit spricht für uns. Es gibt einiges an Möglichkeiten, die 16% zu kompensieren.» Konkretes könne er aber im Moment nicht sagen. «Den Kopf stecken wir sicher nicht in den Sand», sagt er.

Wallis statt Bad Zurzach

Coop hat per 1. Januar 2011 die Pearlwater Mineralquellen AG im Wallis übernommen. Bisher bezog der Detailhändler für seine Eigenmarken das Wasser von den Mineralquellen in Rothenbrunnen, Lostorf und Bad Zurzach. In den Quellen der Walliser Gemeinde Termen werden ab 2012 die Getränkemarken Swiss Alpina und Prix Garantie abgefüllt. Die Mineralquelle Zurzach lieferte bisher für Coop Prix-Garantie-Süssgetränke.

Dazu gehören Citro, Orange, Grapefruit und Cola. Die Bad Zurzacher Firma ist vor allem in Handels- und Eigenmarken-Business tätig. 80% ihres Wasser-Ausstosses, so Kloter, würden verschiedenen Firmen zur Verfügung gestellt. Diese vermarkten es unter ihren eigenen Labels. Neben Coop sind auch Aldi, Spar und weitere Getränke-Händler Abnehmer des Wassers aus Bad Zurzach.

Ob es in Bad Zurzach durch das Vertragsende zu einem Stellenabbau kommt, könne man noch nicht sagen, meint Kloter. Im Moment seien 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Mineralquelle Zurzach tätig. Laut Coop-Mediensprecherin Denise Stadler seien die an Coop gelieferten Mengen im Vergleich zum Gesamtumsatz relativ klein. «Wir rechnen aus heutiger Sicht nicht damit, dass es in Bad Zurzach zu einem Stellenabbau kommen wird.» Selbstverständlich würden wir Hand bieten, wenn nötig», sagt Stadler.

Coop habe mit Lostorf bereits vereinbart, dass im Falle eines Stellenabbaus den Mitarbeitenden Arbeitsplätze in der Logistik in der Region (Schafisheim, Wangen) angeboten würden.
Das Zurzacher Mineralwasser hat eine lange Tradition. Als 1955 die Zurzacher Thermalquelle zu sprudeln begann, wollte man das mineralreiche Wasser auch als natürliches Getränk nutzen - so entstand die Mineralquelle Zurzach AG. 1979 wurde das Unternehmen von der deutschen riha Richard Hartinger Getränke Gruppe erworben.

Seitdem verzeichnet die Mineralquelle Zurzach mit zweistelligen Wachstumsraten und einer Jahresproduktion von gegenwärtig rund 100 Mio. Einheiten original Zurzacher Mineralwasser, Limonaden, Eis-Tees, Schorlen, Fruchtsaftgetränken und Fruchtsäften eine grosse Entwicklung.

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