Rechtzeitig auf den Saisonbeginn heute Freitag kann das Schweizerische Militärmuseums die neu konzipierte und erweiterte Ausstellungshalle eröffnen. Die Vergrösserung der Ausstellungsfläche um 750 Quadratmeter erlaubt die Erweiterung und Neugestaltung der in der Schweiz grössten öffentlich zugänglichen Sammlung von Panzern, Geschützen und Militärfahrzeugen.

Gezeigt wird nicht nur die praktisch lückenlose Reihe von Schweizer Kampf- und Schützenpanzern vom Panzerwagen 39 vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum Panzer 68/88, dem letzten als Schweizer Eigenentwicklung hergestellten Panzer der Armee.

Zu sehen sind auch Spezialfahrzeuge wie Entpannungs- und Brückenpanzer, aber auch seltene Prototypfahrzeuge wie die heute einzige noch funktionsfähige Panzerartilleriekanone 68. Abgerundet wird die Sammlung Schweizer Raupenfahrzeuge durch verschiedene Typen von Panzerhaubitzen und Munitionstransportfahrzeuge.

Einmalig in der Schweiz ist die Gegenüberstellung der Schweizer Fahrzeuge mit Panzerfahrzeugen des Auslands. Schweizer Soldaten übten während des Kalten Krieges immer wieder den Einsatz gegen die nur aus Fotos und Filmen bekannten Panzer des Warschauer Pakts. Nun sind alle diese Fahrzeuge eins zu eins im Schweizerischen Militärmuseum in Full zu besichtigen.

Neben schweren russischen Kampfpanzern wie dem T-55 und dem T-72 finden sich auch Spezialpanzer für die Fliegerabwehr, für die Funkführung und sogar für das Ausheben von Schützen- und Panzergräben. Im Vergleich zu den schweren Panzerfahrzeugen der westlichen Staaten (USA, Deutschland, Frankreich oder Schweden) aus der Zeit des Kalten Krieges nehmen sich die ausgestellten Panzer aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs geradezu zierlich aus.

Blickfang ist ein altertümlich anmutender leichter Panzer Stuart M3A1, welcher von den US-Streitkräften 1942/43 in Tunesien eingesetzt worden war.

Legendär: Saurer, Berna und FBW

An Panzer- und Fliegerabwehrgeschützen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vorbei gelangt man zur Ausstellung von Radfahrzeugen der Schweizer Armee.

Hier finden sich neben den legendären Jeeps alle nach dem Zweiten Weltkrieg verwendeten Zugfahrzeuge der Artillerie mit den zugehörigen Haubitzen und Kanonen, aber auch schwere Lastwagen, Muldenkipper und Abschleppwagen. Neben aus dem Jahr 1944 stammenden amerikanischen Lastwagen insbesondere der Marke GMC – ein Benzinverbrauch von 85 Litern auf 100 km war üblich – wecken Fahrzeuge mit den Namen ehemaliger Schweizer Fahrzeugbauer wie Saurer, Berna oder FBW nostalgische Gefühle.

Dass es sich bei den ausgestellten Panzern und Fahrzeugen nicht um totes Ausstellungsmaterial, sondern um Bestandteile eines lebendigen Museums handelt, zeigt das Militärmuseum an besonderen Tagen, an denen verschiedene der ausgestellten Fahrzeuge in Bewegung vorgeführt werden.

Das Schweizerische Militärmuseum Full ist ab heute Freitag bis Ende Oktober jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.