Adrian Imhof ist langjähriger Unternehmer. Er führt den Familienbetrieb, der seinen Ursprung in Hüttikon im zürcherischen Furttal hat, in dritter Generation. Neben dem eigenen Anbau hat sich Imhof einen Namen im Handel mit Bio-Produkten gemacht. Der Firmeninhaber ist mit den Gesetzmässigkeiten in der Branche bestens vertraut.

Obwohl die Nachfrage von Bio-Produkten seit Jahren zunehmen würde, habe sich der Konkurrenzkampf massiv verschärft und sich der Preisdruck erhöht. «Die Bedingungen im Schweizer Gemüsemarkt werden härter», sagt der Firmenchef.

Mit drastischen Folgen für seine Imhof Bio-Logistik AG in Kleindöttingen. Über das Unternehmen wurde das Konkursverfahren eröffnet. Vom Aus der Firma an der Industriestrasse sind 28 Mitarbeiter betroffen. Inzwischen sind beim Konkursamt erste Forderungen von Gläubigern eingegangen.

Betroffen vom Ende zeigt sich auch Adrian Imhof. «Es ist für uns ein harter Schlag», sagt der 62-Jährige, der sich das Ende seiner beruflichen Laufbahn anders vorgestellt hat. Der Firma das Genick gebrochen hat ein Entscheid der Migros. Im Herbst teilte der Detailriese Imhof mit, dass die langjährige Zusammenarbeit nicht verlängert werde.

Den Zuschlag auf die betreffende Ausschreibung erhielt eine Tessiner Firma. «Wir haben ebenfalls offeriert, wurden aber leider nicht mehr berücksichtigt», bedauert Imhof. Dies wurde dem Unternehmen schliesslich zum Verhängnis. Die Migros war der Hauptabnehmer der Bio-Logistik AG. Imhof versuchte für den entstandenen Ausfall zwar eilends Ersatz zu finden. Seine Bemühungen, einen neuen Grossverteiler an Land zu ziehen, blieben aber erfolglos.

Neue Anstellung für Mitarbeiter

Vom Wegfall des Auftrags und den immer tieferen Margen ist nebst dem Standort in Kleindöttingen auch der Gemüseverarbeitungsbetrieb Imhof AG mit Sitz in Hüttikon betroffen, der ebenfalls in Konkurs ging. Zusammen mit den Angestellten in der Zurzibieter Gemeinde erhielten insgesamt 54 Mitarbeiter die Kündigung.

«Glücklichweise konnten wir den Abbau stufenweise abwickeln», sagt Adrian Imhof. Er kann, was die ehemaligen Arbeitnehmer betrifft, teilweise Entwarnung geben. Inzwischen hätten fast alle betroffenen Personen wieder eine neue Anstellung gefunden. Mehrere konnten in den verbliebenen Anbau- Betrieben, die sich im Besitz des Unternehmens befinden, in Endingen (Kronengut Gemüse AG) und in Koblenz (Imhof Bio-Gemüse AG) weiterbeschäftigt werden.

Adrian Imhof, der in absehbarer Zeit ins zweite Glied zurücktreten wird und die Geschicke seinem Sohn übergeben wird, hat sich aufgrund der neuen Ausgangslage eine neue Strategie zurechtgelegt: In Zukunft wird die Firmengruppe, die neu noch rund 40 Mitarbeitende beschäftigen wird, den Fokus auf den Eigenanbau von Landwirtschaftsprodukten richten.

Zur Verfügung steht eine Anbaufläche von rund 100 Hektaren. Es sei eine Rückkehr zu den Wurzeln, sagt Imhof, der seinen Arbeitsplatz mittlerweile in ein Büro im Kronengut in Endingen verlegt hat. Trotz des Rückzugs wird die Migros auch künftig zu den Kunden der Firma Imhof gehören. Nicht mehr gesamtschweizerisch, sondern nur noch mit Genossenschaften in der Deutschschweiz.

Was mit der leer stehenden Liegenschaft in Kleindöttingen nun geschieht, ist offen. «Für die Fläche besteht noch kein Nachmieter, auch aufgrund des spezifischen Innenausbaus. Diesbezüglich sind wir im Kontakt mit dem Konkursamt», teilt die Besitzerin, die Hiag Immobilien AG, mit.