Der Polizist, dein Freund und Helfer: Für viele steht der Beruf, der für Recht und Ordnung sorgt, weit oben auf der Wunschliste. «Bei der Rekrutierung indessen zeigt sich ein anderes Bild», sagt der Chef der Regionalpolizei Zurzibiet, René Lippuner, anlässlich der Präsentation der Jahresbilanz 2018: «Die Jungen wollen eher geregelte Arbeitszeiten und nicht mehr zu jeder Zeit einsatzbereit sein müssen.» Entsprechend schwierig gestaltet sich die Suche nach neuem Personal. Die knapp bemessenen Ressourcen wirken sich auf die tägliche Arbeit aus. Lippuner ist daher gefordert.

Häusliche Gewalt beispielsweise hat im Bezirk Zurzach im letzten Jahr massiv zugenommen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Repol gab es diesbezüglich einen Anstieg von mehr als 100 Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr. Die Gewalttaten in den eigenen vier Wänden seien vermutlich auch dem steigenden sozialen Druck geschuldet, der zum Teil innerhalb von Familien herrsche, glaubt Lippuner.

Auch der Aufwand in der Jugendarbeit hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Mit 158 Arbeitsstunden war die Repol knapp ein Drittel mehr mit Fällen und Präventionsarbeit beschäftigt, bei denen sie mit Jugendlichen zu tun hatte. Der Aufgabenbereich umfasst auch Theorie- sowie Praxisunterricht vom Kindergarten bis in die 5. Klasse. Gleichwohl möchte René Lippuner künftig die Jugendarbeit noch stärker fördern: «Dieser Bereich ist mir sehr wichtig, insbesondere die Vorbeugung. Die Jugendlichen sind unsere Kunden von morgen.»

Mühsame Arbeit und mehr Raser

Gestiegen sind auch die Einsatzstunden für Aufträge vom Strassenverkehrsamt. Da verzeichnet die Repol eine Zunahme von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Arbeit sei zwar teilweise vom Kanton finanziert, dennoch gebe es mühsame Situationen, so Lippuner: «Da geht es unter anderem auch um das Einziehen von Nummernschildern. Das kann sich mühsam gestalten, da betroffene Personen schwer zu erreichen sind, weil sie wissen, dass wir sie suchen. Sie parkieren ihr Auto dann einfach in der Garage. Wir können die Garagen nicht aufbrechen, um Nummernschilder einzuholen.»

Einen Anstieg verzeichnet die Repol ausserdem bei den Schnellfahrern. Aufgrund personeller Engpässe wurden aber weniger Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt als vor zwei Jahren. Dennoch zeigt der Trend nach oben. Der Anstieg der Ordnungsbussen bei der Geschwindigkeit bildet sich mit einer Zunahme von 3,3 Prozent auch im Anstieg der Übertretungsquote ab.

Aktuell beschäftigt die Repol Zurzibiet 13 Polizisten, darunter drei Frauen. Die Behörde befindet sich damit fast im schweizerischen Schnitt, was die Frauenquote bei der Polizei betrifft. Laut aktuellen Zahlen ist ein Drittel aller angehenden Polizisten weiblich. Zusätzliche Unterstützung erhält das Polizistenteam von zwei Zivilangestellten sowie seit diesem Jahr von zwei Diensthunden.

Offen ist derzeit, ob die Repol Zurzibiet auch in Zukunft von ihrem Stützpunkt in Klingnau aus operieren wird. Abklärungen für einen neuen möglichen Standort seien zwar im Gang. «Konkrete Pläne gibt es momentan aber nicht», sagt dazu Klingnaus Stadtammann Reinhard Scherrer, der den Führungsausschuss der Repol Zurzibiet leitet.