Vielleicht ist die Publikation des Schlussberichts des Zusammenschluss-Projektes «Rheintal+» bewusst in die Feiertage gelegt worden. Denn es braucht etwas Zeit, um den über 80-seitigen Bericht zu studieren.

Zur Erinnerung, worum es geht: Die Gemeindeammänner der Zurzibieter Gemeinden Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rümikon und Wislikofen, die gemeinsam die Verwaltung2000 gegründet hatten, trafen sich Anfang 2014, um sich über eine gemeinsame Zukunft zu beraten.

Motiviert durch die Vision Zurzibiet, die eine vertiefte Zusammenarbeit empfiehlt, starteten diese sieben Gemeinden eine Anfrage an die Gemeinden Bad Zurzach, Fisibach, Rietheim und Siglistorf, welche diese positiv beantworteten.

Nachdem sich Siglistorf wieder aus dem Projekt zurückgezogen hatte, stimmten die zehn verbleibenden Gemeinden im April 2017 über einen Kredit zur vertieften Prüfung des Fusionsprojektes ab. Bis auf Fisibach – wo in der Folge gar über einen Kantonswechsel zu Zürich diskutiert wurde –, stimmten alle Gemeinden den Krediten zu.

Nachdem ein Referendum in Kaiserstuhl – das Referendumskomitee liebäugelte ebenfalls mit einem Kantonswechsel – abgelehnt worden war und eine knappe Mehrheit in Fisibach im zweiten Anlauf dem Kredit dann doch zustimmte, war klar: Zehn Zurzibieter Gemeinden sind beim Fusionsprojekt dabei.

So hat die Bevölkerung über Wappen- und Namensvorschläge abgestimmt:

Kein Einwohnerrat vorgesehen

In der Folge ging es darum, mit der Wahl des neuen Namens und Wappens das emotionalste Thema anzugehen. Aus einer Abstimmung – an der gerade einmal fünf Prozent der Bevölkerung teilnahmen – gingen der Name «Zurzach» und das weisse Wappen mit zehn blauen Flusslinien als Gewinner hervor. Nun liegt der 80-seitige Schlussbericht der Projektgruppe vor. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Die zuständige Arbeitsgruppe spricht sich bei einem allfälligen Zusammenschluss klar für eine Organisation mit Gemeindeversammlung und gegen die Einführung eines Einwohnerrates aus. Eine Mehrheit gibt dem Modell «7 Gemeinderäte mit Begleitkommission» den Vorzug.
  • Es wird ein zentraler Verwaltungsstandort bevorzugt. Dies insbesondere auch deshalb, weil immer mehr Dienstleistungen über die Homepage der Gemeinden bezogen werden können und der Verkehr mit der Verwaltung immer «elektronischer» wird. Als Standort bietet sich in erster Linie Bad Zurzach an.
  • Beim Schulwesen wird die Variante bevorzugt, bei der künftig die Primarschule in Bad Zurzach und Rekingen konzentriert wird.
  • Das favorisierte Wappen und «Zurzach» als neuer Ortsname gehen ins Rennen. Zu bedenken gilt es: Bei einem allfälligen Zusammenschluss der Gemeinden würden diese zu Ortschaften der neuen Gemeinde werden und dabei den Namen, das Wappen, die Strassennamen mit Nummern und die Postleitzahl behalten.

Der Schlussbericht wird sicher noch viel zu reden geben. Fakt ist, der Ball liegt jetzt bei der Stimmbevölkerung. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 23. Mai 2019 wird der Fusionsvertrag den Gemeindeversammlungen vorgelegt. Bei einem allfälligen Ja ist die obligatorische Urnenabstimmung am 8. September 2019 vorgesehen. Der ganze Schlussbericht ist auf www.rheintalplus.ch einsehbar.