Lengnau

Mauer des Schweigens nach Rücktritt: Zerwürfnis im Gemeinderat soll Auslöser gewesen sein

Wieso Barbara Thumann so rasch zurückgetreten ist, darüber kann man im Dorf nur spekulieren.

Wieso Barbara Thumann so rasch zurückgetreten ist, darüber kann man im Dorf nur spekulieren.

Die Lengnauer Gemeinderätin Barbara Thumann ist vorzeitig zurückgetreten. Über die Gründe spekuliert das Dorf, doch der Gemeinderat hat Stillschweigen vereinbart – und hält daran fest.

Im Surbtal ist es diese Woche zum Knall gekommen: Die Lengnauer Gemeinderätin Barbara Thumann ist per sofort von ihrem Amt zurückgetreten. Zu den Gründen schweigen sowohl die Gemeinde als auch die Betroffenen eisern. Nur so viel: «Bedauerlicherweise ist eine Begründung in diesem Fall nicht möglich», sagt Thumann. Die CVP-Politikerin war seit Anfang 2018 Ratsmitglied. Auffällig ist: Erst vergangene Woche teilte die Gemeinde mit, dass das Ressort «Soziales», dem Thumann vorstand, per 1.Mai zu Vizeammann Viktor Jetzer wechselt. Auch dazu wollte sich die Gemeinde nicht weiter äussern. Thumann war danach noch für die Ressorts Gesundheit, Umwelt, Kultur und Friedhof zuständig.

Im Dorf spekuliert man, weshalb es zu diesem unerwarteten Rücktritt kam. Einige Stimmen sprechen von einem Zerwürfnis innerhalb des Gemeinderates. Dieser hält sich weiter bedeckt. «Über die Hintergründe geben wir keine Informationen ab. Dies haben wir im Gemeinderat so vereinbart», sagt Gemeindeammann Franz Bertschi (SVP) auf Anfrage.

Fest steht: Laut der Gemeindeabteilung des Kantons darf ein Exekutivmitglied erst auf den Zeitpunkt zurücktreten, zu dem eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gewählt ist. Diese Regel soll Vakanzen im Stadt- oder Gemeinderat verhindern. Eine Ausnahme bilden gesundheitliche Gründe oder der Wegzug aus der Gemeinde.

Den Grund für den sofortigen Rücktritt von der Lengnauer Gemeinderätin Barbara Thumann will auch das Departement Volkswirtschaft und Inneres nicht kommentieren. Samuel Helbling, Leiter Kommunika­tionsdienst, erklärt, dass der vorzeitige Rücktritt im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bewilligt worden sei. Die Ersatzwahl für den frei gewordenen Sitz findet am 27. September statt.

Auffällig: Nur wenige Tage nach dem Entzug des Ressorts Soziales erreichte die Verwaltung auch die Kündigung von Remo Bättig, dem Leiter des regionalen Sozialdienstes Surbtal. Ob zwischen dem Rücktritt und der Kündigung ein Zusammenhang besteht, will der Ammann nicht kommentieren. «Es handelt sich dabei um eine Personalangelegenheit, wie es überall vorkommt. Darüber geben wir keine öffentliche Stellungnahme ab», sagt Bertschi.

CVP-Ortspartei vom Rücktritt überrascht

Vom Rücktritt überrascht wurde auch die CVP-Ortspartei. «Von Unstimmigkeiten innerhalb des Kollegiums war uns nichts bekannt», sagt deren Präsident Philipp Laube. Auf die Frage, ob die Partei erneut einen Kandidaten oder eine Kandidatin ins Rennen schicken wird, erklärt er: «Das hoffe ich. Die CVP sollte im Gemeinderat in Lengnau vertreten sein.» Man werde in den kommenden Wochen die Lage nun genau analysieren, sagt Laube.

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