Zurzibiet

Massive Einbussen: Regen vermasselt Badis das Geschäft

Bonjour Tristesse: Wegen Regen und kühlen Temperaturen (hier im Regibad Zurzach) bleiben die Besucher aus. Mehlin

Bonjour Tristesse: Wegen Regen und kühlen Temperaturen (hier im Regibad Zurzach) bleiben die Besucher aus. Mehlin

Den Freibädern fehlen die Gäste. Die Zahlen sind noch schlechter als im Sommer 2014.

Regen, Wolken und Temperaturen, die eher zum Glühweintrinken einladen als zu einem Drink im Badi-Restaurant. Laut Meteo Schweiz gehört der Mai zu den bisher niederschlagreichsten Monaten seit Erfassung der Wetterdaten. Und der Blick auf die nächsten Tage gibt den Sonnenanbetern wenig Anlass zur Hoffnung, dass sich am aktuellen Zustand bald etwas ändern wird. Die Prognosen bleiben unfreundlich. Immer wieder Niederschläge bei maximal 20 Grad.

Empfindlich trifft der verregnete Frühsommer bisher die Freibäder. Die Eintritte liegen bei den meisten weit hinter den Erwartungen zurück, wie eine Umfrage im Zurzibiet zeigt. Urs Zimmermann, Badmeister in der Badi Klingnau, befürchtet, dass sogar das schlechteste Ergebnis seit der Eröffnung des Bades 1969 drohen könnte.

Zum Vergleich: Im miserablen Sommer 2014 passierten 16'000 Besucher das Drehkreuz, heute steht man bei gerade einmal 6500. «Damit sind wir weit von den 35'000 im vergangenen Jahr entfernt», sagt Zimmermann, der seit 18 Jahren für die Badi im Aarestädtchen zuständig ist.

Zimmermann sah sich veranlasst, auf die Wetterkapriolen zu reagieren. Die Anlage hat momentan nur bis Mittag geöffnet. Ausserdem werden beim Personal Überstunden abgebaut und Ferien eingezogen. Kassenfrauen oder Reinigungsequipen, die im Stundenlohn angestellt sind, müssen unter diesen Bedingungen nicht zum Dienst erscheinen.

Nur unwesentlich besser präsentiert sich die Situation in der Nachbargemeinde Döttingen. Badmeister Peter Sibold kann in dieser Woche die Gäste ebenfalls an einer Hand abzählen, obschon das Bad über ein beheiztes Becken (25 Grad) verfügt.

Für die Saison, die von Ende April bis Mitte September dauert, sind 35'000 Eintritte budgetiert. Bisher erschienen nur gut 5000 Besucher auf der Anlage am Aareufer. Peter Sibold bereitet noch etwas anderes Sorgen: Morgen Donnerstag könnte der Pegelstand der Aare bedrohlich ansteigen. Eine entsprechende Hochwasserwarnung wurde herausgegeben. Den personellen Überbestand löst Sibold in diesen Tagen, indem er Angestellte an das Döttinger 777-Jahr-Jubiläum abdelegiert.

Wenig Anlass zur Freude haben derzeit auch die Betreiber des Regibades in Bad Zurzach – obschon die Voraussetzungen ideal wären. Mit einem Public Viewing für die Fussball-Europameisterschaft will man zusätzlich Gäste auf die Anlage locken. Bisher mit mässigem Erfolg: Von den erhofften 70'000 Eintritten für diese Saison sind bis Mitte Juni erst 15'000 verkauft worden. «Natürlich könnten die Zahlen besser sein», sagt Pascal Henchoz. Dadurch, dass man auf ein breites Stammpublikum zählen könne, habe man bisher noch Schlimmeres verhindern können, so der Badmeister des Regibades.

Das drohende Defizit dürfte für die Gemeinden in diesem Jahr jedoch kaum noch abzuwenden sein. Dazu gehört auch Endingen. Exakte Zahlen liegen für die kleinen Badi im Surbtal nicht vor. Man sei bis jetzt aber ebenfalls hinter den Erwartungen zurück, sagt Günter Kramer. Der Betriebsleiter hat mit seinen Leidensgenossen in Klingnau, Döttingen und Bad Zurzach eines gemein: Alle hoffen dringend auf ein länger anhaltendes Hoch. Dieses ist frühestens übernächste Woche in Sicht.

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