Sein Name ist untrennbar mit dem gesellschaftlichen Leben in Bad Zurzach verknüpft. Wenn im Bezirkshauptort ein Anlass stattfindet, ist Josef Haus nicht weit. Nun tritt der Leiter einer Versicherungsagentur kürzer. Am Weihnachtsmarkt, der an diesem Wochenende zum 22. Mal stattfindet, laufen letztmals bei ihm die Fäden zusammen. Der Vize-Präsident des Gewerbevereins Rheintal-Studenland gibt seine Funktion nach zehn Jahren ab. «Ich bin dieses Jahr 65 geworden und möchte etwas reduzieren.» Die Zeit sei deswegen reif für einen Wechsel. «Es ist der richtige Moment, die Geschicke einem Nachfolger zu übergeben.» 

Auch in diesem Jahr stehen wieder über 50 Weihnachts-Markthäuser und 60 Marktstände im Zentrum von Bad Zurzach. «Weihnachtsmärkte sind beliebt», sagt Haus. Sie hätten über all die Jahre nichts von ihrer Faszination eingebüsst. «Dennoch ist es schwieriger geworden, Besucher anzulocken. Früher gab es zwei Weihnachtsmärkte in der Region: einen in Bad Zurzach und einen in Klingnau. Mittlerweile sind es über 20.» Daraus ergab sich für Josef Haus auch eine neue Herausforderung. «Heute müssen wir den Leuten auch Unterhaltung bieten. Marktstände alleine reichen nicht mehr aus.» Er hat auf die veränderten Bedürfnisse reagiert und das Angebot stetig erweitert. Dieses Jahr gibt es neben dem erstmals durchgeführten Lichterspektakel bei der reformierten Kirche Konzerte von den Jagdhornbläsern Bözberg und Zurzibiet, Auftritte des Trios Hinterwäldler, sowie am Sonntag ein Konzert einer Steel Band. 

Haus erntete für gewisse Neuausrichtung auch Kritik. Der Weihnachtsmarkt habe von seiner Ursprünglichkeit einiges eingebüsst. Zu wenig traditionelles Handwerk und fehlende Ambiance, lautete der Vorwurf im vergangenen Jahr, als deutlich weniger Leute den Weg in den Flecken fanden. Josef Haus ist überzeugt, dass dies nichts mit dem Beliebtheitsgrad des Weihnachtmarkts zu tun hatte: «Wir hatten grosses Pech mit dem Wetter. Ich bin überzeugt, dass die Besucherzahlen trotz Konkurrenz nicht generell abnehmen werden.» 

Noch kein Nachfolger gefunden 

Zu seinem Amt als Organisator kam Josef Haus zufällig. In Bad Zurzach gab es mehrere Gewerbevereine und Organisationen. Als sich diese zum «Gewerbeverein Rheintal-Studenland» zusammenschlossen, übernahm er den Lead für den Weihnachtsmarkt. Die Aufgabe sei nicht ganz ohne und benötige viel Einzelarbeit: Wenn die Leute in die Skiferien fahren, begann für ihn bereits die Planung für den kommenden Winter. Im Mai wurden die Anmeldungen verschickt und im August ist der erste Anmeldeschluss für die Aussteller. 

Wie es mit dem Weihnachtsmarkt im Bezirkshauptort weitergeht, ist offen. Bis jetzt ist noch kein Nachfolger gefunden. Josef Haus steht in engem Kontakt mit der Gemeinde und Bad Zurzach Tourismus AG. Haus, von Haus aus ein Optimist, bleibt zuversichtlich, «dass wir jemanden finden werden».