Kaiserstuhl

Liturgische Melodien in der Altstadt von Kaiserstuhl

Am Choral-Festival mitten im Städtchen haben sich über 50 Blechbläser und Schlagwerker aus der Schweiz und aus Deutschland beteiligt. Die Formation konnte die Stücke vorher nicht einstudieren, da die Formation ad-hoc entstanden ist.

Via Internet hatten die Kaiserstuhler Musikanten Bläser aufgerufen, sich spontan zu treffen und eine ad hoc-Formation zu bilden. So trafen gut 50 Musikantinnen und Musikanten mit Kornetten, Trompeten, Es-Hörnern, Tenorhörnern, Posaunen, Tuben und Schlagwerken aus weiten Teilen der Schweiz und auch aus Deutschland in Kaiserstuhl ein. Die bunte Schar von Bläsern jeden Alters stellte sich vor dem Brunnen beim Widderplatz auf. Beat Simeon, Dirigent der Musikgesellschaft Kaiserstuhl führte das zusammengewürfelte Ensemble ohne Taktstock, jedoch mit viel Leidenschaft, durch die Partituren.

Arrangements «a prima vista»

Die Formation konnte die Stücke vorher nicht einstudieren und so wurden Arrangements her, die jede Musikantin und jeder Musikant ab Blatt – in der Fachsprache «a prima vista» – spielen kann. Dazu bot sich das «rote Choralbüchlein» an, das in jeder Musikgesellschaft zur Standardausstattung gehört. Die Choräle sind bei den Proben der Bläserformationen als Aufwärm- und Tonbildungsübungen ebenfalls sehr beliebt. Choräle sind ursprünglich Kirchenlieder, später wurden aber auch säkulare Themen in die Choralmusik aufgenommen.

Eines haben alle diese Titel gemeinsam: Sie erzeugen feierliche Stimmung, sind sie doch eigens dafür komponiert worden. Es sind durchwegs tragende Melodien, welche zum Teil polyfonisch strukturiert sind. Im Vordergrund stehen Melodie und Harmonie, weniger die Rhythmik. Der Schlagwerksatz, bestehend aus Grosser Trommel und Kleiner Trommel, setzte seine Akzente, konnte und durfte sich aber nicht in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens rücken.

Dirigent Simeon holte aus der Formation viel Dynamik heraus, was den Stücken zusätzlich Charakter verlieh. Die Feierlichkeit wurde durch den Soundkörper bestens unterstützt und die historischen Kaiserstuhler Mauern erzeugten einen angenehmen Hall. Die Stimmung übertrug sich auch auf die Zuhörerschaft. Tosender Applaus und der Wunsch nach Zugaben waren die Folge.

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