Nach mehreren glasklaren Nächten, in denen der Mond in seiner ganzen Pracht vom Himmel strahlte, versteckte er sich ausgerechnet am Freitag hinter Wolken. Die Gäste in der «Lions Vollmond Bar» im Bad Zurzacher Kurpark-Pavillon nahmen es gelassen.

Nach Juni und August hatte der «Lions»-Club Zurzach zum dritten und (vorläufig) letzten angeregten und gemütlichen Beisammensein geladen. Er tat dies nicht etwa, um die Club-Kasse zu äufnen – ganz im Gegenteil: Die Zurzacher «Löwen» taten, was die internationale blau-gelbe «Lions»- Flagge, von einem Laternenmast herunter, verkündete: «We serve».

«Wenn einem vieles geschenkt wird, soll man davon auch etwas weitergeben», bringt es Chris Schweizer auf den Punkt. Der Elektro-Firma-Inhaber aus Bad Zurzach war 1998 ein Gründungsmitglied des «Lions»-Club Zurzach. Der Wille, Benachteiligten zu helfen, hatte 21 Männer aus dem Bezirk vor 20 Jahren zur Tat schreiten lassen; heute zählt der Club 29 Mitglieder. «Nachdem wir jahrelang vorwiegend an Märkten mit einem Stand vertreten waren, wollten wir zum Jubiläum die Bevölkerung mit etwas Besonderem auf den Sinn und Zweck hinter unserem Club aufmerksam machen», so Schweizer.

Servieren für Bangladesh

«Lions»-Hauptziel ist, Geld für eine gute Sache zu sammeln. Die Zurzacher «Löwen» packen aber auch mal persönlich tatkräftig zu. Unter anderem hatten sie auf einer Zwischenalp im Melchtal beim Aufbau tiergerechter Ställe zu Maurerkelle und Schreinerwerkzeug gegriffen und waren auch im örtlichen Tierpark handwerklich aktiv.

Aktuell fliesst ein grosser Teil der Spenden nach Bangladesh. «Dort werden mit den Geldern der Betrieb des Gisela-Hospitals unterstützt und wichtige Augenoperationen für die Ärmsten ermöglicht. Die Unterstützung dieses Projekts erfolgt über das deutsche Blindenhilfswerk», so Bad Zurzacher Tourismus-Direktor und «Lions»-Mitglied Peter Schläpfer.

Währschafte Küche

Am Freitagabend hatten sich Schweizer, Schläpfer und zahlreiche weitere «Löwen» gelbe Schürzen mit blauem Logo umgebunden, schwarze Baseball-Mützen mit Logo-Knopf aufgesetzt und sich in Kellner, Barkeeper oder Küchen-Commis verwandelt. Roland Indermühle schöpfte Rindschmorbraten und die Sauce dazu — comme-il-faut — als «Seeli» im «Härdöpfelstock».

Michael Odenwald als Zuständiger für die originalen Münchner-Schmankerl klärte auf, dass Weisswürste nicht «gezuzelt», sondern mit dem Messer von ihrer Haut befreit werden. Die Angetrauten der Club-Mitglieder hatten gluschtige Salate zubereitet und verführerische Kuchen gebacken. An der Bar wurde die «Wilde Heidi» und «Swiss Groni» gemixt. Unter einer Festbank testete der 16 Wochen junge Vierbeiner Aris die Tatkraft seiner Milchzähne.

Lüpfige Musik

Auf einem Podest hatten neun etwas gesetztere Herren in weissen Hemden und roten Krawatten mit Blechblas-Instrumenten sowie Schlagzeug Position bezogen: Die «Bandella di Baden»! Seit rund 40 machen sie hobbymässig in unterschiedlichen Gruppierungen Musik. Und was für eine: Tango, Polka, Marsch, Samba, Foxtrott. Mit altbekannten Melodien wie etwa «Besame Mucho», «Funiculi-Funicula, «Quatro cavai che trottano» oder «Vielen Dank für die Blumen» — mit Klasse und Rasse intoniert — sorgte die Bandella-Band für beste Stimmung. Und dafür, dass der harte Kern vom sommerlichen Kurpark-Mittwochs-Tanzvergnügen mit Leidenschaft schwofte.