«Linksparkierer beschwören gefährliche Situationen herauf, weil sie die ersten Meter beim Hinausfahren aus dem Parkplatz ohne Sicht auf den Gegenverkehr zurücklegen müssen», sagt René Lippuner, Chef der Regionalpolizei Zurzibiet.

Um die Automobilisten über das zunehmende Problem des Linksparkierens aufzuklären, hat die Repol 1000 Flyerdrucken lassen und verteilt diese nun in den Hauptbrennpunkten Bad Zurzach und Klingnau. Der Flyer ist auch auf der Homepage der Repol samt den dazugehörigen Informationen aufgeschaltet.

Anhalten und parkieren auf der linken Strassenhälfte ist nur erlaubt, wenn rechts ein Strassenbahngeleise verläuft – was im Bezirk Zurzach nirgends der Fall ist – und wenn rechts ein Halte- oder Parkverbot signalisiert oder markiert ist. Erlaubt ist Linksparkieren auch in Einbahnstrassen sowie in schmalen Strassen mit schwachem Verkehr.

Wenn keine dieser Situationen vorliegt, darf nur rechts angehalten beziehungsweise parkiert werden. Eine andere Möglichkeit ist, an geeigneter Stelle zu wenden und danach das Auto auf der anderen Strassenseite abzustellen. Diese Regelung dient der Verkehrssicherheit: Während das Einparken auf der linken Fahrbahnseite noch relativ problemlos ist, fehlt beim Herausfahren die Sicht auf den Gegenverkehr, was nicht selten zu brenzligen Situationen führt.

«Ein Service public»

In der Vergangenheit hat die Regionalpolizei mit einigen öffentlichen Aktionen – Ausgehbeschränkung für Jugendliche, offener Brief mit dem Titel «Persönliche Freiheit versus Regeln im Strassenverkehr» und die Rossbollen-Entfernungspflicht im revidierten Polizeireglement – von sich reden gemacht. Besteht nicht die Gefahr, dass die Repol von der Bevölkerung als übereifrig wahrgenommen wird?

Repol-Chef Lippuner: «Erstens sind die Ausgehbeschränkung und die Rossbollen-Entfernungspflicht als Aufträge der Politik an uns herangetragen worden. Wir sind verpflichtet, diese Aufträge auszuführen. Zweitens erhalten wir aus der Bevölkerung regelmässig Hinweise, dass sich aus dem Linksparkieren immer wieder gefährliche Situationen ergeben. Auch diesen Hinweisen müssen wir nachgehen.»

Lippuner versteht die Aktion «Korrekt parkieren – in Fahrtrichtung parkieren!» als präventive Massnahme: «Die Flyeraktion soll mithelfen, Unfälle zu vermeiden. Wir wollen wachrütteln und mit relativ wenig Aufwand möglichst viel erreichen. Ganz sicher gehen wir nicht auf die Pirsch, um Bussen fürs Linksparkieren zu verteilen.» Dennoch sei Linksparkieren verboten und werde mit einer Busse geahndet, sagt Lippuner. «Kommt es zu einem Unfall, kanns ganz schön teuer werden. Dann wird der Unfallfahrer verzeigt und die Versicherung kann Regress nehmen.»