Klingnau

Lachs soll wieder heimisch werden – 1000 Exemplare werden in Stausee ausgesetzt

Die Mitglieder der Pachtvereinigung unteres Aaretal fischen den Binnenkanal aus. Über 20 Zentimeter lange Fische werden umgesiedelt, um das Überleben der Junglachse zu sichernZVG

Die Mitglieder der Pachtvereinigung unteres Aaretal fischen den Binnenkanal aus. Über 20 Zentimeter lange Fische werden umgesiedelt, um das Überleben der Junglachse zu sichernZVG

Der Kanton Aargau setzt zusammen mit Hobby-Fischern der Pachtvereinigung unteres Aaretal beim Stausee in Klingnau 1000 atlantische Junglachse ein. Der Lachs soll in heimischen Gewässern wieder angesiedelt werden.

Am 5. Oktober 2008 zog Hobbyfischer Thomas Wanner unterhalb der Basler Schwarzwaldbrücke einen 91 Zentimeter langen Lachs aus dem Rhein. Nach einem kurzen Fototermin wurde der Wanderfisch wieder in die Freiheit entlassen.

Der Fang markierte den Wendepunkt in den Bemühungen Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz, den Lachs wieder anzusiedeln.

Ab den 1950er-Jahren war der Lachs wegen der schlechten Wasserqualität und der zahlreichen, für den Fisch unüberwindbaren Wasserkraftwerke ausgestorben.

Dank der Abwasser-Behandlung hat sich die Qualität des Wassers inzwischen so weit verbessert, dass immer wieder Lachse im Rhein gesichtet werden. Im Juni letzten Jahres schwammen beim Wasserkraftwerk Rheinfelden zwei Lachse durch die neu angelegte Aufstiegshilfe auf der deutschen Rheinseite.

Junglachse im Binnenkanal

Auch der Kanton Aargau und die an Rhein und Aare tätigen Fischervereine leisten ihren Beitrag an die Wiederansiedlung des Lachses in den heimischen Gewässern: Als neustes Projekt werden im Sickerwasserkanal des Klingnauer Stausees atlantische Junglachse eingesetzt.

«Sofern das Wetter mitspielt, werden wir in der letzten Mai-Woche 1000 Junglachse aus der elsässischen Zuchtanstalt ‹Petit Camargue Alsacienne› im Sickerwasserkanal einsetzen», sagt David Bittner, Bereichsleiter Fischerei in der Sektion Jagd und Fischerei im Departement Bau, Verkehr und Umwelt.

Die Jungfische sind beim Einsatz vier bis fünf Zentimeter lang und sollen – so sie die weite Reise ins Meer und wieder zurück überleben – als ausgewachsene, bis 1 Meter lange Lachse an ihren Geburtsort zurückkehren.

Mit dem Einsatz von Junglachsen am rund 4 Kilometer langen Binnenkanal des Klingnauer Stausees wird das von der internationalen Kommission zum Schutz des Rheins und vom Bund lancierte Projekt «Lachs 2020» erstmals auf die Aare ausgedehnt.

Mit dem Einsatz allein sei die Rückkehr des Lachses noch nicht gewährleistet, sagt Bittner. Eine wichtige Voraussetzung sei mit der guten Wasserqualität gegeben, doch müssten in den kommenden Jahren auch die Lebensbedingungen für Lachse verbessert, sprich Unterschlupfmöglichkeiten, Strömungs- und Tiefenunterschiede sowie Laichplätze, geschaffen werden.

Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg des Projekts «Lachs 2020» aber sei der Bau weiterer Aufstiegshilfen bei den Staustufen am Hochrhein. «In dieser Hinsicht tut sich einiges», freut sich Fischexperte Bittner. «Dennoch bleibt einiges zu tun.» Werden die Aufstiegshilfen wie geplant realisiert, kann laut Bittner mit der Rückkehr des atlantischen Lachses bis 2020 gerechnet werden.

Arbeitseinsatz der Fischer

Damit die Junglachse nicht sofort gefressen werden, haben die Mitglieder der Pachtvereinigung unteres Aaretal sowie der Fischereivereine Döttingen und Klingnau vor wenigen Tagen den Binnenkanal elektrisch ausgefischt.

Die Fangstatistik weist – inklusive Kleinfische – ein Total von 725 Fischen aus. Exemplare über 20 Zentimeter – vor allem Forellen, die den Junglachsen gefährlich werden könnten – wurden in einen Kanal in Full umgesiedelt.

Meistgesehen

Artboard 1