Vor 53 Jahren kaufte das Energieunternehmen Axpo das Schloss Böttstein. Das denkmalgeschützte Gebäude thront auf einem Hügel hoch über den Kernreaktoren Beznau I und II. Es beherbergt ein Hotel und ein Restaurant; gleich daneben liegt das Besucherzentrum Axporama. Im März 2016 teilte die Axpo mit, dass sie Schloss Böttstein verkaufen wolle. Seither war es ruhig um die prächtige Immobilie.

Bis jetzt. Dem am Freitag publizierten Handelsregister ist eine interessante Neueintragung zu entnehmen: Einzelunternehmung «Schloss Böttstein, Anthony Lauper». Demnach hat eine Frau namens Pearl Anthony Lauper vor, Hotel und Restaurationsbetrieb im Schloss Böttstein weiterzuführen. Die Interessierte ist gemäss «Moneyhouse» 51 Jahre alt und wohnt in Kilchberg ZH direkt am Zürichsee.

Heisst das, dass das Schloss definitiv verkauft ist? Die Verkäuferin lässt sich nicht in die Karten blicken: «Axpo ist im Verkaufsprozess des Schloss Böttstein weit fortgeschritten», sagt Sprecher Tobias Kistner auf Anfrage. «Details geben wir bekannt, sobald Entscheide gefallen sind.» Die Axpo will Schloss Böttstein als Konsequenz aus ihrer Firmenstrategie verkaufen, liess das Unternehmen 2016 verlauten. Man wolle sich auf das Kerngeschäft Produktion, Handel und Verkauf von Energie fokussieren.

Der Energiekonzern Axpo will das Schloss Böttstein verkaufen. Heute befindet sich darin ein Hotel und ein Restaurant.

Der Energiekonzern Axpo will das Schloss Böttstein verkaufen. Heute befindet sich darin ein Hotel und ein Restaurant.

Zum Schloss gehören eine Landparzelle, der Festsaal, der Innenhof, die beiden Gästehäuser und der grosse Parkplatz; nicht aber das Besucherzentrum Axporama oder die barocke Schlosskapelle.

Die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK), die vor einigen Jahren im Axpo-Konzern aufgingen, kauften das Schloss 1964 vor dem Bau des AKW Beznau. In der siebenjährigen Bauzeit ab 1965 wurden die Schlossräume als Büros genutzt. 1972 bis 1974 folgte der Umbau zum Hotel- und Restaurationsbetrieb. Schloss und Kapelle gelten heute als beliebter Ort für Hochzeitsfeiern. Erbaut worden sind die Gebäude vor rund 400 Jahren, zwischen 1615 und 1617. Im 11. Jahrhundert befand sich hier eine Burg des Adelsgeschlechts Freie von Böttstein, das im 13. Jahrhundert ausstarb.