Lengnau

Kunst betrachten und dazu Wein trinken

Sie sorgen für Gaumenfreuden und Augenweiden im Museum Lengnau: von links: Elisabeth Villiger (Malereien), Marlies Flückiger (Weine), Pia Binder (Skulpturen und Gemälde). Ursula Burgherr

Das magistrale Trio

Sie sorgen für Gaumenfreuden und Augenweiden im Museum Lengnau: von links: Elisabeth Villiger (Malereien), Marlies Flückiger (Weine), Pia Binder (Skulpturen und Gemälde). Ursula Burgherr

Was gibt es Schöneres, als den Blick über Malereien und Skulpturen schweifen zu lassen und dazu auserlesene Tranksame zu verkosten? Die Ausstellung «Kunst und Wein» im Dorfmuseum Lengnau spricht viele Sinne an.

Die drei Exponentinnen Elisabeth Villiger (Malereien), Pia Binder (Skulpturen und Gemälde) und Marlies Flückiger (Vino Marlis) zeigen Erzeugnisse, die aus leidenschaftlicher Hobby-Tätigkeit entstanden sind. Die in Baldingen wohnende Elisabeth Villiger fing vor 20 Jahren zu malen an, weil sie die leeren Wände ihres Hauses schmücken wollte. In der Folge besuchte sie diverse Kurse und probierte sich vor allem gerne selber aus.

Und das tut sie ganz offensichtlich auch heute noch - nach 24 Ausstellungen: Wie grosse bunte Spielwiesen wirken ihre abstrakten Acrylmalereien. Starke Farben, wilde Formen, verschiedene Strukturen und so schöne Titel wie «Fire Magic» prägen ihre Werke. Alles wirkt sehr spontan. «Zufallsprodukte sind meine Bilder aber nicht», erklärt die Künstlerin. «Ich denke mir zuerst die Farben aus und entscheide, wo ich auf der Leinwand mit dem Malen anfange. Dann baue ich das Bild nach ästhetischem Empfinden weiter auf, bis es für mich fertig ist.»

Bewegungen wirken filigran

Neben den Farbexplosionen von Elisabeth Villiger stechen die feingliedrigen Skulpturen von Pia Binder aus schwarzer Paverpol-Masse ins Auge. In den Ecken und Nischen des atmosphärereichen Riegelbaus kauern, tanzen, strecken und recken sie sich; immer in Bewegung und manchmal gerade auf dem Sprung. Obwohl sie sehr filigran wirken, erweisen sie sich beim Berühren als formstabil und widerstandsfähig.

Der Machprozess - ein ständiges Aufeinanderschichten der Materialien auf ein Drahtgerüst - ist für die einstige Primarlehrerin genauso faszinierend wie das Resultat. Dicht zusammengedrängte Menschengruppen aus Holz auf Eisenplatten und Malereien ergänzen das vielseitige Schaffen, welches sie in Lengnau präsentiert. Ihre Ausstellung - es ist erst die vierte - zeitigt schon grossen Erfolg. «Das beflügelt mich», strahlt sie und meint ganz unprätentiös: «Ich freue mich, dass ich meine Sachen der Öffentlichkeit zeigen kann.»
Während aller Ausstellungstage kann man die Weine von Vino Marisa verkosten.

Hobby-Weinhändlerin Marlies Flückiger betreibt in Schneisingen einen 170 Jahre alten Weinkeller. Die europäischen und südafrikanischen Güter und Winzer, deren Rebensäfte sie präsentiert, kennt sie alle persönlich. Es sind seltene Tropfen, die man im Grosshandel nicht findet; «keine Massenware», wie sie betont.

Kunst und Wein im Dorfmuseum Lengnau: Die Ausstellung von Elisabeth Villiger und Pia Binder mit Degustation der Weine von Vino Marisa dauert bis 6. November. Öffnungszeiten: Freitag, 17 bis 19 Uhr, Samstag, 14 bis 18 Uhr und Sonntag, 10 bis 17 Uhr. Weitere Infos: www.dorfmuseumlengnau.ch

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