«Was grenzt denn eigentlich uns Aargauerinnen und Aargauer von den Baden-Württemberger ab – ausser dem nassen Rhein?», fragte Theo Vögtli, der neue Aargauer Grossratspräsident.

Und Heidi Wanner, Co-Präsidentin des OK der Kulturnacht, fand, man solle an diesem Abend die grenzüberschreitenden Probleme auf die Seite legen und einander unterstützen und geniessen. Und tatsächlich gab es an der Kulturnacht der Regionen Zurzach, Küssaberg und Hohentengen wenige Grenzen. Dies zeigte sich schon am Rednerpult, das in der Trotte Kadelburg aufgestellt worden war: Es sprachen Personen von diesseits und jenseits der deutsch-schweizerischen Grenze.

Kulturnacht wurde zur «Kultnacht»

Einer der Redner war Tilman Bollacher, Landrat des Landkreises Waldshut. Er zitierte – ganz dem «grenzüberschreitenden Motto» getreu – den schweizerischen Schriftsteller Max Frisch: «Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen nicht mehr erkennen, was Kultur ist.» Doch sei gerade die Kulturnacht, die sich inzwischen zur «Kult-Nacht» gemausert habe, eine gute Gelegenheit, zu erkennen, was denn Kultur sei.

Musik, Handwerk, Essen, Genuss, Offenheit, Freude – einige Beispiele für Kultur, die Theo Vögtli in seiner Rede ansprach. Mit Ersterem, Musik, wurden die Gäste der Eröffnungsfeier mehrere Male verwöhnt.

Sowohl Heidi Wanner als auch Alexander Fink lobten die Musikanten der Musikschulen Südschwarzwald und Küssaberg-Hohentengen, welche die Anwesenden mit klassischen Stücken beglückten. Und auch am Essen durften sich die Gäste erfreuen: Die Landfrauen Küssaberg-Kadelburg hatten einen Apéro riche hergerichtet. Bei einem Gläschen Wein und einem Brötchen wurden so grenzüberschreitende Gespräche geführt und Pläne geschmiedet: Welche Künstler würde man diesseits und jenseits des Rheins besuchen?