Bad Zurzach

Kult-Bar «Zum roten Bock» plant Comeback im legendären Bächle-Laden

Aus der alten Verkaufstheke im Bächle-Laden sollen zwei Bartresen entstehen.

Die Pop-up-Bar «Zum roten Bock» soll im ehemaligen Kolonialwarenladen wiederbelebt werden.

Gemütlich ein Bier trinken, mit guten Freunden plaudern, das Leben und den Feierabend geniessen: Immer am ersten Freitag im Monat öffnete in Bad Zurzach die Pop-up-Bar «Zum roten Bock» ihre Türen. Der beliebte Treffpunkt erlangte Kultstatus. Doch die schöne Zeit fand nach drei Jahren ein Ende, weil der Gasthof «Zum kleinen Steinbock», welcher der Pop-up-Bar Gastrecht gewährte, komplett saniert und in Wohneinheiten umgebaut werden soll. Im September 2018 verabschiedete sich die Pop-up-Bar mit einem grossen Fest. Und schon bald fragten sich die ersten Zurzacher auf Facebook: «Was soll ich bloss am ersten Freitag im Monat machen?»

Doch nun soll das Comeback erfolgen. Bei der Abteilung Bau, Planung und Umwelt der Gemeinde Bad Zurzach liegt bis zum 10. April ein Baugesuch öffentlich aus. «Eigentlich ist es nur ein Umnutzungsgesuch», sagt Alex Strittmatter. Er und Stephan Laube sind die Gründer und Betreiber der Pop-up-Bar. Der neue Standort lässt aufhorchen. Auf der Homepage der Bar «Zum roten Bock» findet sich bereits eine feine Hommage: «Heimat auf Zeit bei Paul» steht dort geschrieben. Gemeint ist der geschichtsträchtige «Bächle-Laden», in dem zuletzt die «Flecken-Legende» Paul Bächle wirkte.

Im Jahr 1910 hatte sein Vater Gregor Bächle an der Hauptstrasse 66 in Zurzach einen Kolonial- und Haushaltwarenladen gegründet. 1926 wurde Sohn Paul geboren. Die Familie wohnte im Parterre des Hauses, in dem auch Laden und Lager untergebracht waren. Am 7. März 2015 verstarb Paul Bächle 89-jährig im Altersheim.

An der Wintergmeind 2016 genehmigte die Stimmbevölkerung den Kauf des Bächle-Areals für 1,2 Millionen Franken durch die Gemeinde. Dadurch sollte eine spekulative, profitorientierte Entwicklung an zentraler Lage verhindert werden. Paul Bächle «würde sich über den Kauf freuen», zeigte sich Ammann Reto S. Fuchs damals überzeugt.

Das posteten die Bar-Betreiber nach dem Abschiedsfest:

Alex Strittmatter und dem Verein «Bar zum roten Bock» ist es denn auch ein Anliegen, dem Geist und Erbe Paul Bächles gerecht zu werden. In dessen Testament findet sich der Eintrag, dass das Areal den sozialen Charakter beibehalten und für die Allgemeinheit genutzt werden soll. «Wir wollen den sozialen Gedanken Paul Bächles weitertragen», sagt Alex Strittmatter. Unterstützt wird das Vorhaben auch von der IG Paul Bächle, die wünscht, dass wieder Leben in die Räumlichkeiten einkehrt. Was mit der Bar geschieht, wenn die Gemeinde für das Areal einen Käufer findet, ist offen. «Aber schliesslich handelt es sich ja auch um eine Pop-up-Bar», sagt Strittmatter.

Das Konzept vom ehemaligen Standort wird beibehalten: Am ersten Freitag im Monat soll die Pop-up-Bar geöffnet sein und die lokale Bevölkerung mit einem einfachen Angebot ansprechen. Das traditionelle Bier des Monats gibt es weiterhin, möglicherweise ergänzt durch einen Wein oder einen Drink des Monats. Wer speisen möchte, kann dies vis-à-vis im Gasthaus Krone tun. «Die Leute können dort essen und vor- oder nachher zu uns zum Apéro oder Absacker kommen», sagt Strittmatter. Um 22 Uhr soll vor der Türe Nachtruhe einkehren. Die neuen Räume bieten für mehr Leute Platz als im «Steiböckli», wo sich das Geschehen im Sommer oft nach draussen verlagerte.

Das ehemalige "Gasthaus zum kleinen Steinbock" wird saniert. Ein Gasthaus ist aber nicht mehr geplant.

    

Im Sommer solls losgehen

Strittmatter sagt: «Der alte Bächle-Laden soll in der neuen Bar sichtbar bleiben.» Das ehemalige Ladenlokal und das Lager werden als Bar genutzt, nicht aber der ehemalige Wohnraum. Baulich will man so wenig wie nötig verändern. Die Räume werden hergerichtet, Strom, Wasser und Brandschutz angepasst, sanitäre Anlagen sollen entstehen. Aus der alten Verkaufstheke entstehen zwei Bartresen. Ziel ist es, dass der Betrieb der Pop-up-Bar im Sommer gestartet werden kann.

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