Bad Zurzach

Künstlerische Hommage: Seine Ausstellung verbindet Kunst mit Radsport

Die Ausstellung von Ricardo Gago in der Galerie Mauritiushof in Bad Zurzach verbindet Kunst und Radsport.

Den Kopf tief auf dem Lenker, den Rücken gebeugt, buchstäblich mit dem Velo verwachsen, strahlen die Radfahrer auf Ricardo Gagos oft grossformatigen und farbenstarken Bildern eine unbändige Dynamik aus. Man scheint beim Betrachten der Bilder geradezu das Sausen der Velospeichen und das Surren der Zahnräder zu hören, das entsteht, wenn da bei einem Velorennen das Fahrerfeld vorbeizischt.

Es mag nun den Zufall geben oder auch nicht. Dass zurzeit der Maler und Bildhauer Ricardo Gago aus dem mallorquinischen Sineu in der Galerie Mauritiushof in Bad Zurzach ausstellt, ist aber bestimmt kein Zufall. Die Verbindung zwischen der Ferieninsel im Mittelmeer und dem Kurort im Aargauer Rheintal bildet – der Radsport. Den definitiven Link haben die Radsportunternehmer Max Hürzeler und Marcel Iseli geschaffen, die seit langem auf der Baleareninsel tätig sind.

Kunst- und Radsport-Happening

Die Vernissage der Ausstellung wurde denn auch gewissermassen zum Happening von Kunst und Radsport. Immerhin hatten sich unter den Gästen auch Radsportgrössen wie Max Hürzeler, Tony Rominger oder Fernando Escartin eingefunden. «Keine Angst, liebe Gäste, Sie haben sich nicht an einen Radsportanlass verirrt», gab aber Marcel Iseli sozusagen Entwarnung. In seiner launigen Ansprache zeigte er die Hintergründe auf, die zum Entstehen der Ausstellung im Mauritiushof geführt haben. «Von Kunst und Kunstgeschichte verstehe ich nichts», gestand Iseli ein. «Und ich möchte auch gar nicht so tun, als ob ich davon etwas verstehen würde. Von Ricardo Gago dagegen verstehe ich umso mehr. Zumindest bilde ich mir das nach beinahe zehn Jahren Freundschaft mit ihm ein.»

Die weisse Leinwand, so Marcel Iseli, sei für Ricardo Gago eine Herausforderung. «Wenn Ricardo Gago eine Idee hat, beginnt er mit einer Kohlezeichnung. Strich für Strich nimmt das Bild Gestalt an. Es kann vorkommen, dass am Ende nichts mehr von der ursprünglichen Zeichnung übrig geblieben ist.» Man dürfe keine Angst haben vor der weissen Leinwand oder dem Klumpen Lehm, sage Ricardo Gago. Das Werk sei bereits im Material oder in der Leinwand angelegt.

Landschaften und Frauen

Die Werke von Gago beschränken sich aber nicht auf Szenen aus dem Radsport. Zu seinen bevorzugten Motiven gehören auch Landschaften und Ansichten von Mallorca – was in der Ausstellung in den Bildern aus seinem Wohnort Sineu zum Ausdruck kommt – sowie, vor allem bei seinen Plastiken, die Frauen. Aber mit dem «Trinkenden Radfahrer» gesellt sich in der Ausstellung auch ein Werk mit Bezug zum Radsport zu den Bronce-Plastiken mit den starken, sinnlichen Frauenfiguren.

Ausstellung Ricardo Gago Galerie Mauritiushof, Hauptstrasse 41, Bad Zurzach. Bis 19. Juli. Dienstag bis Samstag jeweils von 14 bis 17 Uhr, Sonntags von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr.

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