Bad Zurzach

Kündigungswelle in Kita und Hort «Cheschtenbaum»: Das sagen Eltern und der Ammann

Im Generationenhaus "Pfauen" in Bad Zurzach ist die Kita untergebracht.

Im Generationenhaus "Pfauen" in Bad Zurzach ist die Kita untergebracht.

Neun Mitarbeitende der Bad Zurzacher Tagesstrukturen haben innert kürzester Zeit gekündigt. Einige Eltern befürchten Unstimmigkeiten als Grund, andere möchten nun vorwärts schauen. Am Montag verspricht der Ammann weiter Informationen über die nächsten Schritte.

Jeweils 18 Betreuerinnen, Mitarbeitende, Lernende und Praktikanten kümmern sich in der Tagesstruktur «Cheschtenbaum» in Bad Zurzach um das Wohl der Kinder. Die Jüngsten besuchen die Kita im Alterszentrum Pfauen, wo täglich bis zu 24 Kinder betreut werden. Für die Primarschüler steht der Hort und für Oberstufenschüler der Club offen.

Nur: Seit Juli haben neun Mitarbeitende ihre Kündigung eingereicht. Was besorgte Eltern stört: Über die Gründe, so der Vorwurf, würden die Betriebsleitung und der Vorstand des Trägervereins schweigen.

Sie seien zwar in einer Mail informiert worden, sagen Eltern. Aber erst Tage nach der Ausschreibung der Stellen auf der Website und ohne weitere Informationen. «In jedem Unternehmen wird hinterfragt, wenn die Hälfte der Belegschaft kündigt», sagt ein Vater. Er und eine weitere Mutter glauben, Unstimmigkeiten im «Cheschtenbaum» hätten die Mitarbeiterinnen zu diesem Schritt bewogen. Zum Schutz ihrer Kinder möchten sie anonym bleiben.

Die Eltern sorgten sich um ihre Kinder und begannen, sich via Mail sowie in Whatsapp-Chats zu organisieren und trafen sich mehrmals zum gemeinsamen Austausch. Es fanden ein Elternabend, zahlreiche Gespräche und Workshops mit den Eltern, dem Vorstand, der Betriebsleitung und Vizeammann Peter Lude statt. Dabei wurde auch kommuniziert, dass die Kündigungen im Zusammenhang mit den geplanten Veränderungen zu tun hätten.

Die Tagesstrukturen – Trägerschaft ist ein Verein – wachsen laufend, die Strukturen müssen deshalb angepasst und professionalisiert werden. Persönliche Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitenden hätten aber gezeigt, so die Eltern, dass das Problem ein Zwischenmenschliches sei. Es brauche deshalb einen kompletten Neuanfang mit einer neuen Betriebsleitung und neuen Strukturen, fordern sie.

«Kommunikation hat sich massiv verbessert»

Doch nicht alle Eltern teilen diese Meinung. Tatsächlich müsse man die Struktur überdenken. Und zu Beginn sei zu wenig kommuniziert worden. Die Leitung habe diesen Fehler aber erkannt und die Kommunikation unterdessen massiv verbessert, so diese Eltern. «Unsere Kinder gehen nach wie vor gerne in die Kita und den Hort. Wir sind sehr zufrieden, auch mit der Infrastruktur.» Man solle nun nach vorne blicken, die Betriebsleitung ihre Arbeit machen lassen und die neuen Betreuerinnen mit offenen Armen empfangen.

Mehr Informationen sollen am Montag folgen

In diesen Tagen treffen sich Ammann Bernhard Scheuber und eine unabhängige Personalfachfrau mit den betroffenen Mitarbeiterinnen zum persönlichen Gespräch. «Wir nehmen die Anliegen der Eltern und der Mitarbeitenden sehr ernst», sagt Scheuber im Namen des Vorstands und der Betriebsleitung. «Wir setzen uns intensiv mit der Situation auseinander. Das Wohl der Kinder steht bei allen Beteiligten im Zentrum.» Und er ergänzt: «Am Montag werden wir mit dem Vorstand über die weiteren Schritte informieren.»

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