Beim Künstlerapéro am gestrigen Sonntag hatten die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, mit Silvia Lüscher und Thomas Welti ins Gespräch zu kommen. Die Besucher wie auch Galerist Alois Hauser waren sich einig: Die Arbeiten beider Künstler ergänzen sich aufs Beste. Die menschenleeren, kraftvollen Landschaften Lüschers harmonieren gut mit den weiblichen Akt-Skulpturen Weltis. Beide Künstler, Welti aus Baden und Lüscher aus Mellikon, sind schon Stammgäste bei Hauser. Sie stellten auch schon in seiner früheren Galerie, dem Elephanten, aus. Zusammen aber gab es ihre Arbeiten noch nie zu sehen.

Blickfang im Bereich der Skulpturen sind Weltis neueste Kreationen: kleinformatige, weibliche Akte, deren Oberflächen mit Silber und Nickel überzogen sind. Mit metallischen Oberflächen experimentiert Welti in seinem italienischen Atelier derzeit gerne.

Welti überrascht mit Neuem

Besteht die Skulptur im Innern aus Keramik, überzieht der Badener sie in aufwendigen galvanischen Verfahren zunächst mit Kupfer und schliesslich mit Silber. Er hat auch einen Weg gefunden zu verhindern, dass das Silber schwarz anläuft.

Titel der in der Galerie Mauritiushof ausgestellten Serie ist: «Tensionen». Sämtliche Skulpturen zeigen den weiblichen Körper in extremen Dehnpositionen. Sind die Silber-Beschichtungen schon sehr glänzend, kann sich der Besucher in den beiden Nickel-Skulpturen geradezu spiegeln. «Dass sich der Betrachter darin wiederfinden kann, gefällt mir. So verändert die Arbeit jedes Mal ein Stück weit ihren Charakter», sagt Welti. Matt sind hingegen die Keramiken im Eingangsbereich der Galerie. Welti hat sie mit Grafit überzogen. Das verleiht ihnen einen edlen Touch. Was ihn auch reizt, sind die Farbnuancen eines Onyx-Steines. Auch daraus hat er Skulpturen geformt, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Berge und Schluchten

Silvia Lüscher Wiesmann sagt, sie wohne in Mellikon neben einem Steinbruch und dass sie Steine immer schon fasziniert hätten. Gleichwohl arbeitet sie bildnerisch. Ihre neuesten Arbeiten von 2014 haben Berg- und Schluchtenansichten zum Thema.

Lüscher weist auf die Perspektiven dieser Arbeiten hin, welche die Blicke der Besucher auf einen dahinter legenden Horizont lenkten. Die Melliker Malerin sagt, sei liebe raues Papier, das selbst auch Struktur mitbringe. Sie arbeitet gerne mit Ölfarbe, doch auch Aquarelle und Holzschnitte sind ausgestellt. Ein grossformatiges Bild hängt im hinteren Raum. Es zeigt eine Hafenansicht in Italien. «Mich interessiert an einem Hafen vor allem der Aspekt des Ankommens und des Wegfahrens», sagt die Künstlerin. «Ambivalent» nennt sie selbst den Charakter dieses Kunstwerks.

Die Ausstellung in der Galerie Mauritiushof dauert bis 6. April. Öffnungszeiten sind dienstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags zusätzlich von 10 bis 12 Uhr.