Koblenz

Koblenzer Zollbrücke wird planmässig am 22. September wieder geöffnet

Die Bauarbeiten an der Zollbrücke verlaufen trotz des schlechten Sommers nach Plan. Ab 22. September können die 12000 Fahrzeuge täglich die Brücke wieder passieren, auch wenn die Sanierungsarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen sein werden.

Bündig geht der gelbe Splittbelag der Koblenzer Zollbrücke in den dunklen Asphalt beim Waldshuter Zollhäuschen über. «Passt genau aufeinander!», stellt Dieter Bollinger vom Regierungspräsidium Freiburg fest, und fügt schmunzelnd an: «Da hatte man andernorts schon ganz andere Ergebnisse.»

Der Deutsche spielt wohl auf die grenzübergreifende Hochrheinbrücke bei Laufenburg an, die wegen eines Konstruktionsfehlers – bedingt durch deutsch-schweizerische Rechenunterschiede – plötzlich eine Höhendifferenz von 54 Zentimetern aufwies.

In Koblenz aber passt nicht nur die Brückenhöhe. Gestern konnten die Verantwortlichen beider Länder verkünden: Der Zeitplan kann eingehalten werden, die derzeit gesperrte Brücke wird am 22. September in aller Frühe wieder für den Verkehr freigegeben.

Und nicht nur das: «Die Strassenbauarbeiten werden vermutlich schon im November fixfertig sein – und nicht wie geplant erst im Juni 2015», sagt Alex Joss, Projektleiter Strassenbau des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Einzig der Deckbelags-Einbau, der vom Wetter abhängig ist, muss allenfalls noch bis zum Frühling warten.Und die intelligenten Ampeln, die auf das Verkehrsaufkommen reagieren, fehlen auch noch ein paar Wochen – wegen Lieferschwierigkeiten.

Die Strassenmarkierungen werden noch vor der Brückeneröffnung aufgebracht, irgendwann zwischen dem 14. und dem 21. September. «Die Arbeiten haben vor allem die Autofahrer Nerven gekostet», fasst Joss zusammen. «Aber bald wird es deutlich weniger Behinderungen geben.»

Schlechten Sommer erwischt

Dass die Zollbrücke termingerecht wieder befahren werden kann, ist nicht selbstverständlich. «Wir haben wirklich den dümmsten Sommer gewählt, um so eine Brücke zu sanieren», sagt Roberto Scappaticci, Projektleiter Brückenbau beim BVU.

Das schlechte Wetter habe einiges an zusätzlichem Aufwand verursacht. «Teilweise haben die Arbeiter am Wochenende und in der Nacht gearbeitet – ihnen ist es zu verdanken, dass wir die Brücke rechtzeitig wiedereröffnen können.»

Ganz ohne finanzielle Folgen bleibt dieser Mehraufwand wohl nicht. Scappaticci beteuert jedoch, dass es zu keiner Kostenexplosion kommen werde: «Ich gehe immer noch von Gesamtkosten von rund 3 Millionen Franken aus.»

Im Moment steht die Brücke auf hydraulischen Pressen. Sie ersetzen die Rollenlager aus Stahl, die normalerweise die kleinen, meist temperaturbedingten Verschiebungen der Brücke aufnehmen.

Diese Lager, vom Dauereinsatz der letzten Jahre gezeichnet, wurden wieder aufgefrischt und warten nun darauf, wieder eingebaut zu werden.

Das Besondere: Während des Prozesses muss die Brücke durch die Hydraulikpressen um rund einen Zentimeter angehoben werden. Auch dieses Manöver wird abgeschlossen sein, wenn die Brücke in gut zwei Wochen wieder eröffnet wird.

Ganz fertig saniert ist sie dann noch nicht – an den Pfeilern wird zum Beispiel noch gearbeitet. Dennoch können die 12000 Fahrzeuge täglich die 6,36 Meter breite Fahrbahn nutzen.

Diese Woche wurden dort zwei Schichten Gussasphalt eingebaut, obendrauf eine Lage gelblicher Splitt – fast wie Maiskörner sieht er aus. «Er verlängert die Lebensdauer des Asphalts», so Scappaticci. «Die helle Oberfläche wird im Sommer rund 10 Grad weniger heiss, als eine dunkle.»

Auch auf deutscher Seite wird gebaut. Der neue Zollknoten ist fast fertig. Er stelle allerdings nur einen Teil der umfassenden Umbaumassnahmen dar, die eine deutliche Verkehrsentlastung bringen sollen, so Dieter Bollinger.

«Der nächste grosse Wurf ist der 3-spurige Ausbau der B34 vom Zoll bis zum Lonza-Kreisel.» Wann dieser starten kann, steht aber in den Sternen: Laut Bollinger ist eine Einsprache beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hängig.

Klar sei, dass es bis dahin in den Morgenstunden auch weiterhin Stau von der Zollabfertigungsstelle in Richtung Schweiz geben werde.

Der befürchtete Brückensperrungs-Stau entlang der Grenze hat sich laut Scappaticci übrigens nur punktuell gebildet – vor allem in Bad Zurzach und Tegerfelden.

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