Bad Zurzach

Knuddel-Drachen von der TV-Moderatorin

Staunend und schnuppernd kreuz und quer auf Entdeckungsreise über den Frühlingsmarkt in Bad Zurzach.

Vielleicht wäre es ja gescheiter, der Frühlingsmarkt fände im März oder im Mai statt, wo man doch weiss, dass der April macht, was er will. Mal ist er grau-schwarz-nass, um unverhofft dem Dichter Mörike recht zu geben und «sein blaues Band durch die Lüfte flattern» zu lassen. So wie am Samstag, als in Bad Zurzach das Wetter zwischen Gemeindehaus und Mehrzweckhalle die Kommandos ausgab: Schirme auf, Schirme zu, Jacken an, Jacken aus.

Der Farbenvielfalt von Geranien, Petunien, dem Grün von Rosmarin und Basilikum taten die Witterungskapriolen allerdings ebenso wenig Abbruch, wie dem Duft von Chnoblibrot und grillierten Fleckenstecken. Und kaum hatte die Sonne den Durchbruch geschafft, wurde erst recht munter flaniert, parliert, schnabuliert, geprüft und gekauft.

Nostalgie und Rosenwasser

In der Hauptstrasse konnte man am Glücksrad vom Regibad drehen und beim Buch-Antiquar beim Anblick von «Babar» oder «Hüt isch wieder Fasenacht, wo-n-is d’Muetter Chüechli bacht» in längst vergangene Kindheitstage abtauchen. Links ein Stand mit Käse, Salami, Tortellini, rechts einer mit Oliven, Salami, Käse. Dazwischen Stände mit Loop-Schals, Fussball-Trikots für Kids und günstigen Schuhen aus Pasquale Di Renzos Geschäft. Exotische Konfi – etwa aus Ananas, Mango, Ingwer und Vanille – gab es am Stand eines Hilfswerks für Schulkinder in Tansania und nebenan persische Guetzli aus Kichererbsenmehl, Pistazien, Safran und Rosenwasser. Letzteres, erklärte der nette iranische Verkäufer, könne ebenso zum Kochen und Backen wie auch als Gesichtswasser verwendet werden. Er liess einem auch an einem Glas mit getrockneten Rosenblüten riechen – betörend!

«Hesch gseh: Schoggi-Minze», teilte am Stand von Gärtner Widmer eine Frau verzückt ihrem Gatten mit. Gegenüber wurden Crêpes gebacken und Softeis gezapft. Kaum zu glauben aber wahr: Der Verkäufer am Just-Stand versicherte, dass noch immer Mitarbeiter im ganzen Land von Haus zu Haus ziehen und Produkte für Pflege, Gesundheit und Haushalt, auch die bekannten Just-Bürsten, verkaufen. Lachend schoben Mütter Kinderwagen zwischen den Beinen von 3-Meter-Stelzen-Hannes aus dem appenzellischen Wald durch und mit Nonchalance warben Schaffhauserinnen, nur einen Zurziberg-Katzensprung von Tegerfelden entfernt, für Hallauer Weine und das Schaffhauser Weinbaumuseum. Konkurrenz belebt bekanntlich.

Korbwaren aus Kastanienholz

Hinter der Propstei gab es viel Selbstgemachtes zu entdecken. Windeltorten und Nusstorten, wärmende Dinkelkornsocken, mit Pflanzen gefärbte Seidengarne. Reizende Kinderkleider, Baby-Knuddel-Drachen und originelle Waschhandschuhe bot SRF-Tagesschau-Moderatorin Penelope Kühnis an und bekannte, dass sie als Ausgleich zum Job nähe und häkle, «nicht selten bis tief in die Nacht hinein». Aldo Trovanelli aus Zurzach schliesslich verkaufte Produkte seiner im Tessin lebenden Tochter Daniela: Raffinierte Risotto-Mischungen, Saucen, Konfitüren und – besonders exklusiv – aus Kastanien- und Nussschösslingen geflochtene Korbwaren.

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