Keine Bau-, aber eine Tuchwand spannt sich um eine stattliche Ecke vom Kurpark. Dahinter verbergen sich ein Kassenhäuschen, ein veritables Restaurant mit Selbstbedienung umgeben von zahlreichen Festbänken mit Tischen. Vor allem aber stehen da – in Reih und Glied – gegen 800 weisse Stühle vor einer grossen Leinwand. Es ist wieder soweit: Openair-Time. Es ist die 12. Ausgabe, sie dauert auch diesmal 12 Nächte, an denen 12 verschiedene Filme über die Leinwand laufen.

Am Anfang hatte das Ehepaar Peter und Brigitte Andres gestanden – und da stehen sie immer noch, zusammen mit ihren zwei Söhnen und Töchtern: Sie als «Family Openair» zu titulieren, ist keineswegs übertrieben. Sie hatten die Idee vom Freiluft-Kino im Kurpark, sie hatten 2006 für deren Realisierung gesorgt, in ihren Händen liegt nach wie vor die Organisation, und der «Andres-Clan» stellt Jahr für Jahr das Programm zusammen.

Treue gross geschrieben

Kurzum: Ohne die Familie Andres wäre Bad Zurzach um eine Tradition ärmer – mehr noch, um eine Institution, der nicht nur viele Einheimische, sondern auch zahlreiche Besucher aus dem Züri Unterland freudig die Treue halten. «Dies tun, höchst erfreulicherweise, auch unsere Sponsoren, allen voran Raiffeisen und Axpo, aber auch Geschäfte und kleinere Betriebe, die uns Jahr für Jahr unterstützen», freut sich Peter Andres.

Als Dankeschön waren zahlreiche Sponsoren, aber auch Promis aus dem Flecken und der Region, am Mittwochabend zur Openair-Eröffnung ins Kino geladen, samt vorgängigem Apéro. Beat Edelmann, der Präsident des Stiftungsrates Gesundheitsförderung, freute sich, an dem Anlass so fröhliche Bekannte zu treffen, «und der Film ‹Sully› interessiert mich sehr.»

Der Delegierte des Stiftungsrates, Stephan Güntensperger und seine Gattin Ursula Brändli, bekannten sich als grosse Openair-Fans und bedauerten, bereits heute in die Ferien zu verreisen. Roy und Rachel Oppenheim schwärmten nicht «nur» vom Event im Kurpark, sondern auch von der Piazza in Locarno und dem Filmfestival von Venedig: «Im Freien verändern sich der Charakter und die Aussagen eines Filmes, was ich besonders faszinierend finde», so Oppenheim.

Papa Moll als amuse bouche

Mit Nationalrat Hansjörg Knecht und seinem ehemaligen Ratskollegen Hans Killer und ihren Gattinnen, war nicht nur ebenfalls die hohe (SVP)-Politik bestens vertreten, auch cineastische Prominenz gab sich die Ehre. Zum einen in Person von Filmjournalist und Tele-M1-Mitarbeiter Philipp Portmann, zum anderen mit der Anwesenheit von Lukas Hobi, dem Produzenten vom preisgekrönten Streifen «Die göttliche Ordnung» und von «Papa Moll», der im Dezember in die Kinos kommen wird.

Als «amuse bouche» auf das Ereignis, und weil die ganze Familie Moll inzwischen ja quasi in Bad Zurzach «eingebürgert» worden ist, führte Hobi einen Kurzfilm von den Dreharbeiten vor, bevor dann Tom Hanks als Pilot Chesley B. «Sully» Sullenberger zur Landung auf dem Hudson River ansetzte und damit die 12. Ausgabe des Open Air Kino Bad Zurzach eröffnete.